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Die Kürung des Düsseldorfer Prinzenpaars muss warten

Steigende Corona-Zahlen : Die Kürung des Düsseldorfer Prinzenpaars muss warten

Die brisante Entwicklung mit den gestiegenen Inzidenzen in Düsseldorf hat auch Konsequenzen für die gerade erst begonnene Session.

Aufgrund der steigenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen haben der Vorstand des Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) gemeinsam mit Oberbürgermeister Stephan Keller und Krisenstabsleiter Burkhard Hintzsche am Sonntag entschieden, die Prinzenpaarkürung zu verschieben. Diese war für kommenden Freitag in der Stadthalle geplant. Anfang Januar 2022 soll es einen neuen Termin geben.

Zudem empfehlen CC und Stadt den Mitgliedsvereinen, ihre im November geplanten Indoor-Veranstaltungen ebenfalls zu verschieben. Das teilte das CC am Sonntagnachmittag mit. Die Kürung werde stattfinden, hatte es noch am Sonntagmittag geheißen.

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Wir sind uns aber unserer Verantwortung als Comitee Carneval bewusst und sehen angesichts der steigenden Infektionszahlen und der steigenden Belastung des Gesundheitssystems keine andere Möglichkeit“, erklärte CC-Präsident Michael Laumen.

Düsseldorfs Oberbürgermeister bedankt sich beim Comitee

Düsseldorfs Oberbürgermeister Keller teilte mit: „Ich danke dem Vorstand des CC für sein Verantwortungsbewusstsein und dem designierten Prinzenpaar für sein Verständnis, in dieser dynamischen Infektionslage die geplante Indoor-Prinzenpaarkürung mit 1000 Gästen zu verschieben. Im Zuge der geplanten Bund-Länder-Konferenz am Donnerstag erwarten wir zudem eine einheitliche Regelung im Umgang mit Indoor-Veranstaltungen und eine Steigerung der Zahl der Booster-Impfungen und der Testungen, sodass sich für Januar eine andere Ausgangslage ergeben könnte.“

„Klar, wir sind unfassbar traurig, aber die Entscheidung ist wohl leider alternativlos“, sagt der designierte Prinz Dirk Mecklenbrauck auf Nachfrage. „Der Karneval übernimmt halt Verantwortung, anders als viele uns immer vorwerfen.“ Die designierte Venetia Uasa Katharina Maisch meint: „Wir sind sehr traurig, aber leider ist das die einzige verantwortungsvolle Entscheidung.“

Der Leiter des städtischen Krisenstabs, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, lobt die Entscheidung des CC. „Ich finde es vernünftig, dass die Karnevalisten von sich aus auf die Coronalage reagieren und nicht erst die Entscheidungen des Bund-Länder-Treffens am Donnerstag abwarten“, sagt er. Dies hatten die CC-Spitzen nach einem Treffen mit Krisenstabsvertretern am Sonntag entschieden.

Indoor-Treffen mit mehreren hundert Personen könnten zu Infektionstreibern werden, warnt Hintzsche. Dies hätte sich im letzten Jahr deutlich gezeigt. Daher laute die Empfehlung derzeit, auf alle Indoor-Veranstaltungen zu verzichten. „Wir sehen die dramatische Lage in anderen Ländern und Bundesländern und beobachten die steigende Belegung der Klinikbetten“, sagt Hintzsche. „Die Pflegekräfte haben in dieser Situation kein Verständnis, wenn zu mehr Infektionen beigetragen wird.“ Daher sei die Entscheidung des CC richtig, die Veranstaltungen trotz aller Vorfreude und allem Herzblut bei der Vorbereitung zu verschieben.

Der neue Kürungstermin soll nun vor der Aufzeichnung der ARD-Fernsehsitzung am 6. Januar – möglicherweise zwischen dem 3. und 5. Januar – stattfinden. Alle Tickets behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit.

Die Prinzenpaarkürung stand nach dem Hoppeditz-Erwachen am Donnerstag als nächste große Veranstaltung auf dem Programm der Narren. Sonntagmittag waren Düsseldorfs Karnevalisten noch zuversichtlich: „Wir haben ein gutes Argument, und das lautet 2G. Dass nur Geimpfte und Genesene zu unseren Veranstaltungen zugelassen sind, hat sich schon beim Hoppeditz-Erwachen am Donnerstag bewährt“, hatte ein Sprecher gesagt.

Das CC hatte auch für die Prinzenpaarkürung, zu der etwa 1000 Gäste erwartet wurden, umfassende Kontrollen geplant und wollte erneut mit der App des Robert Koch-Instituts (RKI) arbeiten. „Jedes Impfdokument wird vor Ort auf seine Gültigkeit überprüft, dazu müssen die Gäste ihren Personalausweis vorzeigen.“ Schon die Reaktionen am 11.11. darauf seien „ausschließlich positiv“ gewesen. Das CC hatte einen Bereich vor dem Rathaus abgesperrt, in den feierfreudige Jecken nur nach den entsprechenden Kontrollen vordringen durften. Wesentliche Feiern in den Stadtvierteln hätten stehen nach Wissen des CC bis Freitag nicht mehr angestanden. Am Wochenende fand noch die „Frackzauber“-Gala statt, das Kinderhoppeditz-Erwachen und die Hoppediz-Wache vergab ihren aktuellen Orden an das Hoppeditz-Denkmal von Künstler Bert Gerresheim.