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Böller auf Fortuna-Fans geworfen - Kieler verurteilt

Gericht : Böller auf Fortuna-Fans geworfen - Kieler verurteilt

Absolut friedlich ging es im Mai auf dem Bahnhofsvorplatz zu, wo Düsseldorfer und Kieler Fußball-Fans sich vor dem Zweitligaspiel trafen. Bis ein Böller mitten in die Gruppe von Fortuna-Fans flog.

Ohne jede Vorwarnung flog plötzlich ein Böller mitten in eine Gruppe von Fortuna-Anhängern. Mindestens vier Personen wurden dabei verletzt. Am Montag wurde ein 47-jähriger Kieler vom Amtsgericht wegen Körperverletzung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Wie eine Zeugin berichtete, habe sie um kurz nach 12 Uhr gemeinsam mit anderen Fortuna-Fans auf dem Bahnhofsvorplatz gestanden: „Neben uns standen auch noch zwei ältere Fans aus Kiel, mit denen wir uns nett unterhalten haben.“

Attacke kam aus einer Gruppe mit einem Bollerwagen

Dann sei eine Kieler Gruppe mit einem Bollerwagen und lauter Musik gekommen. Die hätten plötzlich damit begonnen, die Musik auf volle Lautstärke zu drehen. Ohne jede Vorwarnung habe der Angeklagte plötzlich einen Polenböller auf die Düsseldorfer geworfen. Einen Streit habe es vorher nicht gegeben, ist die Zeugin sicher.

Vier Menschen wurden durch den Kracher verletzt und erlitten Hörschäden. Es seien aber noch viel mehr Menschen betroffen gewesen, die über taube Ohren geklagt hätten. „Erst nach vier Stunden konnte ich wieder normal hören“, berichtete ein Düsseldorfer, der ebenfalls als Zeuge in dem Prozess aussagen sollte. Ein Mann wurde durch den Böller am Bein verletzt. Wie schwer die Blessur war, ist nicht bekannt.

Angeklagter wurde in Abwesenheit verurteilt

Kurz danach konnte die Bundespolizei den 47-Jährigen noch im Bereich des Hauptbahnhofs festnehmen. Er war bei seinem Wurf von der Videokamera am Bahnhofsvorplatz gefilmt worden. Zur Verhandlung erschien der Kieler am Montag nicht. Für den Richter war der Wurf mit einem Polenböller kein Kavaliersdelikt. Der bislang nicht vorbestrafte Mann wurde in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt, was die Staatsanwaltschaft auch so beantragt hatte.