Telekom stattet 129 im Rhein-Kreis Neuss mit Glasfaser aus

Breitbandausbau im Rhein-Kreis Neuss : Telekom baut schnelles Internet

Das Unternehmen investiert knapp zwölf Millionen Euro in den Breitbandausbau.

Die Deutsche Telekom geht aufs Land: Mit einem großen Infrastruktur-Projekt nimmt das Unternehmen Gebiete im Rhein-Kreis in den Fokus, die in Bezug aufs Internet als unterversorgt gelten. Dazu haben Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Infrastruktur-Chef Peter Kroppen von der Telekom am Freitag einen Vertrag unterzeichnet und ihre Zusammenarbeit besiegelt. Die Telekom erhält jetzt 7,9 Millionen Euro Fördergeld von Bund (50 Prozent), Land (40 Prozent) und Kommunen (zehn Prozent), was sie verpflichtet, den Ausbau für Eigentümer kostenfrei vorzunehmen. Darüber hinaus kündigt das Unternehmen an, weitere vier Millionen Euro in das Projekt zu investieren.

Die Telekom hat eine entsprechende Ausschreibung gewonnen. Nun sollen vor allem ländliche Regionen vom Ausbau mit Glasfaser-Leitungen profitieren. Angeschlossen werden auch 129 Schulen im Rhein-Kreis, die meisten in Neuss. So wird es am Marienberg- und am Marie-Curie-Gymnasium schnelles Internet von bis zu einem Gigabit pro Sekunde geben. Profitieren sollen auch die landwirtschaftlichen Höfe unterhalb der L 30 am Autobahn-Kreuz Kaarst, das Kloster Knechtsteden, der Gewächshauspark und Teile des Industriegebiets Ost in Grevenbroich, das Gewerbegebiet Hasseldamm in Korschenbroich sowie die Dörfer Dürselen und Kamphausen in Jüchen.

Insgesamt soll die Infrastruktur für 2300 Haushalte (rund 1400 Gebäude) im Rhein-Kreis geschaffen werden. „Wir werden 334 Kilometer Glasfaser verlegen“, kündigt Telekom-Regio-Manager Simon Pohlen an. Auf das Unternehmen würden etwa 90 Kilometer Tiefbauarbeiten zukommen. „Wir legen Glasfaser-Leitungen auch für viele Einzelgehöfte“, sagt Martin Philipp, der bei der Telekom für die technische Infrastruktur zuständig ist.

Die Telekom verlegt die Leitungen bis an die „Bürgersteigkante“

Die Arbeiten sollen in den nächsten Monaten starten. Die Telekom will in sechs bis acht Wochen in Dormagen mit der Verlegung von Haupttrassen starten und sich über Rommerskirchen, Neuss, Kaarst, Meerbusch Richtung Grevenbroich und die übrigen Orte vorarbeiten. In zwei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Telekom schafft die Infrastruktur, verlegt die Leitungen in jedem Fall „bis an die Bürgersteigkante“ – und auf Wunsch der Hauseigentümer auch kostenfrei bis ins Haus. Das müssen die Eigentümer aber genehmigen. Die Telekom geht anders vor als Anbieter wie etwa die Deutsche Glasfaser, die erst Akquise betreiben und dann entscheiden, ob sich ein Ausbau lohnt.

Wer der Verlegung einer Glasfaser-Leitung in sein Haus oder seine Wohnung zustimmt, ist nicht an einen Internetvertrag mit der Telekom gebunden. „Die Schaffung der Infrastruktur geht nicht mit einem Produktauftrag einher“, erläutert Simon Pohlen. Entscheidet sich ein Eigentümer gegen einen Anschluss, kann eine Glasfaser-Leitung auch nachträglich ins Haus gelegt werden. Allerdings, so Pohlen, fielen dann Kosten von rund 800 Euro an. Eigentümer, die von der Telekom angeschrieben werden, haben drei Monate Zeit, eine Rückmeldung zu geben.

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