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Mönchengladbach zaubert und holt drei dringend gebrauchte Punkte

Mönchengladbach zaubert und holt drei dringend gebrauchte Punkte

Mönchengladbach. Zugabe am Nikolaustag: Nach dem Abpfiff im Borussia-Park ballerten die Gladbacher Spieler noch jede Menge Fußbälle in die Menschenmenge, begleitet vom Applaus der Zuschauer, die den 3:2-Sieg ihrer Mannschaft gegen Hertha BSC Berlin begeistert feierten.



„Es war sicher nicht immer schön anzusehen, aber darum ging es nicht“, sagte Gladbachs Mittelfeldstar Granit Xhaka, „wir haben geduldig verteidigt und vorne auf unsere Chance gelauert. Wir brauchten diese drei Punkte dringend. Nur das zählte.“ Der Schweizer brachte das Geschehen nach drei Bundesliga-Niederlagen in Folge auf den Punkt.

Wobei Xhaka ein wenig untertrieb, denn ein bisschen gezaubert wurde doch: So ging dem Führungstreffer der Gladbacher (53.) der schönste Angriff der gesamten Partie voraus, eingeleitet eben von Granit Xhaka, dessen präzisen Pass Linksverteidiger Dominguez locker erlief. Das schweizerisch-spanische Zwischenspiel endete bei einem Brasilianer, bei Raffael, der mit der ihm eigenen Leichtigkeit den Ball zum 2:1 ins Tor beförderte.

Und plötzlich war es wieder da, dieses jungenhafte Lächeln des Gladbacher Stürmers, der so lange auf ein Bundesligator hatte warten müssen. Seit Ende September, seit dem 2:1 in Paderborn, war nichts passiert. 726 Minuten ohne eigenen Treffer, mehr als sieben Partien Leere. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub ist der Knoten nun wieder aufgegangen.

„Dabei hatte Raffael unter der Woche wegen einer Prellung am Knie nur wenig trainieren können“, sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre, der sich um so mehr für den Südamerikaner freute, seinen langjährigen Weggefährten aus Züricher, Berliner und Gladbacher Tagen. „Wir haben verdient gewonnen und Super-Tore erzielt“, betonte Favre abschließend. Ganz besondere obendrein, Premiere-Tore sozusagen.

Zum Beispiel Abwehrspieler Tony Jantschke, dem nach neun Minuten mit einem sehenswerten Flugkopfball zum 1:0 sein erstes Saisontor gelang oder durch Thorgan Hazard (3:1/83.), der seinen ersten Treffer in der Fußball-Bundesliga überhaupt erzielte.

Berlins Coach Jos Luhukay, der anno 2008 als Borussen-Trainer Gladbach in die erste Liga zurück brachte, reagierte gewohnt nüchtern auf das Geschehene. „Wir haben zu schnell das zweite Tor kassiert und die Gladbacher damit eingeladen, ihr geliebtes Spiel aufzuziehen“, sagte der Niederländer, der mit seinem Klub längst im Abstiegskampf verstrickt ist.

Allein Herthas oft launischer Spielgestalter Ronny wurde diesmal den Ansprüchen beim Hauptstadtklub einigermaßen gerecht. Doch lächeln durfte am Nikolaustag letztlich nur sein ein Jahr älterer Bruder Raffael.