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36 goldene Regeln für gute Eltern

36 goldene Regeln für gute Eltern

Von den Kindern wird in der Schule immer mehr gefordert. Vater und Mutter sollten ihnen zur Seite stehen und ein Vorbild sein.

Düsseldorf. Erziehung ist heutzutage eine Gratwanderung, der Weg zu schulischem Erfolg oftmals weit und steinig. Der Kampf um Patentrezepte ist deshalb längst entbrannt.

Das Allensbacher "Generationenbarometer 2009" kam dieser Tage zu dem Schluss, dass die Mehrheit der Mütter und Väter in Deutschland Erziehung als anstrengend ansieht. Michael Winterhoff, Bonner Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, der mit seinen Bestsellern derzeit in aller Munde ist, sieht "ganze Generationen ausbildungs- und damit arbeitsunfähig". Seiner Meinung nach ist die Mehrheit der Grundschüler auf dem Stand von Dreijährigen. Seine provokante These: "Vor allem die Mittel- und Oberschicht versagt beim Machtkampf im Kinderzimmer."

In diese frustrierende Stimmung hinein zeigt Adolf Timm einen Weg aus der Krise auf. Der ehemalige Direktor der "Europaschule Timmendorfer Strand" setzt Eltern auf die Schulbank. "Die Gesetze des Schulerfolgs" nennt der Experte sein Seminar, mit dem er sie fit machen will für den Alltag ihrer Kinder. "Schulerfolg ist machbar", meint Timm und macht damit allen Eltern Hoffnung, die sich von Turbo-Abitur, Nachhilfeunterricht und der Angst vor dem schulischen Absturz getrieben sehen.

"Eltern müssen viel mehr in die schulischen Abläufe einbezogen werden", meint Timm. Deshalb sollen Eltern lernen, wie sie eine "bildungsfördernde Erziehungswelt" schaffen. Dazu gibt es 36 Gesetze, mit denen Eltern zu "Lerncoaches" werden sollen. Hier ein Überblick:

Ermöglichen Sie dem Kind eine sichere Bindung, denn Liebe ist der Nährboden für seine Intelligenz.

Nehmen Sie sich Zeit. Gehen sie auf das Kind und seine Gefühle ein. Emotionale Intelligenz erleichtert den Lernerfolg.

Loben Sie, aber richtig. Es ist wichtig, eine Kultur der Anerkennung zu schaffen.

Begeben Sie sich auf Schatzsuche. Wir sollten die Stärken unserer Kinder hervorheben und Beschämungen vermeiden.

Lassen Sie das Kind spielen, fördern Sie selbstentdeckendes Lernen. Das Kind braucht für das Lernen die eigene Erfahrung.

Stärken Sie die Leistungsfreude. Kinder benötigen für ihre Entwicklung eine Kultur der Anstrengung.

Geben Sie dem Kind einen moralischen Kompass. Eltern und Kinder sollten eine Familien-Werte-Vereinbarung abschließen.

Seien Sie Vorbild. Nicht Reden, sondern Handeln stärkt die schulischen Kompetenzen.

Wenden Sie einen Erziehungsstil an, der die Persönlichkeit des Kindes stärkt. Freiheit in Grenzen ist lernfördernd.

Seien Sie dem Kind eine gute Autorität: Führen Sie es, und geben Sie ihm Orientierung. Schulerfolg setzt Grenzen und Regeln voraus.

Vermeiden Sie Verbote. Verzichten Sie auf Strafen. Entscheidend sind logische Konsequenzen.

Fragen Sie das Kind: "Bist du glücklich?" Glückliche Kinder sind in der Schule erfolgreicher.

Jedes Kind hat Freude am Lernen. Tragen Sie dazu bei, dass es so bleibt. Eltern müssen die Neugier immer wieder anregen.

Stärken Sie die Faktoren der Motivation. Drei Bedingungen müssen für eine hohe Motivation gegeben sein.

Stärken Sie den Glauben des Kinds an sich selbst. Kinder müssen ihre Intelligenz als formbar erleben.

Werden Sie Motivationscoach des Kindes. Was man von Jürgen Klinsmann lernen kann.

Unterstützen Sie das Kind beim Aufbau eines Wissensnetzes. Wissen, nicht Intelligenz ist der Schlüssel zum Können.

Erleichtern Sie den Übergang vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis. Kinder müssen lernen, den Lerngegenstand zu bewältigen.

Übung macht den Meister. Unterstützen Sie das Festigen der Lerninhalte. Übung und Wiederholung sollten zur täglichen Routine der Schüler werden.

Zeigen Sie dem Kind sinnvolle Lernstrategien. Eltern können das Lernen lernen erleichtern.

Sorgen Sie für gute Gefühle beim Lernen. Angst blockiert, positive Emotionen fördern das Lernen.

Bleiben Sie bei Fehlern des Kindes gelassen. Schüler müssen aus ihnen lernen.

Lassen Sie Schulmüdigkeit gar nicht erst aufkommen. Eltern und Kinder können lernen, die schulische Krise zu vermeiden - oder sie zu bewältigen.

Lassen Sie los, und geben Sie Halt. Es gibt Wege, wie die Pubertät als schwierige Entwicklungsphase auch schulisch zu meistern ist.

Schalten Sie die Lernhemmer aus. Eltern, Lehrer, Mitschüler oder der Schüler selbst können zu De-Energizern werden.

Begrenzen Sie den Medienkonsum. Der Fernseher gehört nicht ins Kinderzimmer.

Machen Sie Ihre Familie zum Lernort. Kinder und Eltern können ein Familienprojekt durchführen - und viel dabei lernen.

Reden Sie mit dem Kind. Treffen Sie sich zu gemeinsamen Mahlzeiten. So ist zum Beispiel ein Donnerstags-Gespräch nützlich.

Lesen Sie dem Kind vor. Lassen Sie es lesen. Lesen ist einer der beiden Basisfaktoren für den Schulerfolg.

Geben Sie Fleiß und harter Arbeit in der Familie einen hohen Stellenwert. Hartnäckigkeit ist wichtiger als Intelligenz.

Trainieren Sie Sozialkompetenz, Gewissenhaftigkeit und Konzentrationsfähigkeit. Das sind die Bausteine für den Schulerfolg.

Halten Sie sich bei den Hausaufgaben des Kindes zurück. Eltern sollten die Erledigung der Hausaufgaben nur begleiten.

Es gibt Eltern-Hausaufgaben. Erledigen Sie sie. Eltern können zu Hause die Lernbedingungen des Kindes verbessern.

Halten Sie guten Kontakt zum Lehrer Ihres Kindes. Dem Kind hilft das offene Gespräch mit dem Lehrer.

Ihr Kind braucht eine gute Schule. Informieren Sie sich. Es gibt Beobachtungsmerkmale, die die Einschätzung erleichtern.

Bemühen Sie sich um eine Familie-Schule-Partnerschaft. Sie kann bestenfalls in einen Erziehungs- und Lernvertrag einmünden.