Online-Handel Keine Weihnachtsgeschenke? Streikaufruf bei Amazon

Berlin · Verdi ruft mitten im Weihnachtsgeschäft zu Streiks bei Amazon auf. Die Gewerkschaft kämpft seit Jahren für Tarifverträge des Einzelhandels.

Online-Handel: Keine Weihnachtsgeschenke? Streikaufruf bei Amazon
Foto: dpa/Peter Endig

Mitten im Weihnachtsgeschäft hat die Gewerkschaft Verdi zu Streiks an zwei Amazon-Standorten aufgerufen. In Werne und Leipzig waren die Beschäftigten seit Mitternacht in der Nacht zum Montag zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um ihrer Forderung nach Tarifverträgen des Einzelhandels Nachdruck zu verleihen. Die letzte Handelswoche vor dem Weihnachtsfest ist vor allem für die Online-Bestellung von Geschenken von Bedeutung.

Die Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiterin Handel NRW, Silke Zimmer, kritisierte auch das geringe Weihnachtsgeld für die Amazon-Beschäftigten. Nach den Tarifverträgen des Einzelhandels bekäme ein Packer bei Amazon mehr als 1400 Euro - beim Onlinehändler würden lediglich 400 bis 600 Euro gezahlt, sagte sie. "Bei dem Umsatz, den Amazon in der Weihnachtszeit auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen erwirtschaftet, ist dies durch nichts zu rechtfertigen", kritisierte sie. Der Streik soll bis Dienstag dauern.

Den Aufruf zu einem "mehrtägigen Streik" für Leipzig hatte Verdi am Sonntag gestartet. "Weihnachten steht vor der Tür - wir auch", sagte Streikleiter Thomas Schneider. Die Gewerkschaft habe Amazon "immer wieder Zeit gelassen", um auf die Forderung nach Tarifverhandlungen zu reagieren. Dass das Unternehmen diese weiter ablehne, sei eine "Provokation".

Seit Jahren fordert Verdi eine Bezahlung der Beschäftigten des Onlineriesen nach den Tarifen des Einzelhandels. Amazon lehnt dies bislang ab. Der Konzern erklärte am Montag erneut, in seinen Logistikzentren werde am oberen Ende dessen gezahlt, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei. "Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann."

Kunden müssten sich zudem "keine Sorgen um ihre Geschenke machen", denn der Streik habe keinen Einfluss auf das Lieferversprechen des Konzerns, versicherte Amazon. Demnach legten an den Logistikstandorten am Montagmorgen weniger als 350 Mitarbeiter die Arbeit nieder. "Wir sind gut auf Weihnachten vorbereitet", hieß es.

(AFP)
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