WZ TV: Elefantastisch. 60 Jahre Tuffi

WZ TV: Elefantastisch. 60 Jahre Tuffi

Vor 60 Jahren sprang Tuffi in die Wupper. Das wurde mit prominenten Gästen gefeiert.

Wuppertal. Benjamin Blümchen könnte neidisch werden. Am Mittwoch drehte sich zwar alles um einen Elefanten, aber nicht um ihn, sondern den kleinen Elefanten Tuffi. Vor genau 60 Jahren war der Elefant vom Zirkus Althoff mit einem Hoppser aus der Schwebebahn berühmt geworden. Grund genug, den ersten Tuffi-Tag zu feiern.

Der wurde am 21. Juli auf dem Akzenta-Parkplatz in Barmen, nicht weit entfernt vom einstigen Schauplatz des Sprungs in die Wupper, gefeiert. Schon bevor es um zehn Uhr losging, tummelten sich rund 300 Kinder, Eltern und Großeltern auf dem Parkplatz und wanderten von Stand zu Stand mit Tuffi-Teilchen, Tuffi-Schneekugeln, Tuffi-Shirts. Ein junges Mädchen ließ sich am Schminkstand sogar ein Elefantengesicht malen.

"Ich war damals 14 Jahre alt", erinnert sich Dieter Dinslage. Der Fotograf, bei dem er immer Filme entwickeln ließ, habe bei Tuffis Schwebebahnfahrt in der Wupper gestanden. "Er wollte von unten die Überfahrt fotografieren, ist aber gestolpert und deswegen war seine Kamera samt Bilder hinüber", sagt Dinslage. Der Wuppertaler reist viel und hat eines stets dabei: Postkarten von Tuffi und der Schwebebahn. "Ich erzähle die Geschichte überall, wohin ich auch fahre."

Alle, die beim Fest sind, kennen die Geschichte von Tuffi, aber nur zwei Damen kennen sie aus allererster Hand: Fatima und Gina Althoff. Die Ehefrau und die Tochter Harry Althoffs. Der war als Zwölfjähriger mit seinem Vater, dem Zirkusdirektor Franz Althoff, und Tuffi in der Schwebebahn. Fatima Althoff zeigte den rund 300 Tuffi-Fans alte schwarz-weiß Fotos, die den Elefanten kurz vor dem Einstieg in die Schwebebahn zeigen.

"Mein Mann hat mir erzählt, wie das mit Tuffi war", sagt Fatima Althoff. Die vielen Fotografen seien Schuld daran gewesen, dass das Tier in die Wupper sprang. "Es war so voll, und Tuffi wollte sehen, was in der Schwebebahn vor sich ging, da hat sie sich auf die Bank gestellt - weil Elefanten ja nicht nach hinten schauen können. Und dann hüpfte sie in die Wupper", erzählt Fatima Althoff. Das sei ein großer Schock für alle Anwesenden gewesen. "Harry hat dann ’rausgeschaut und nur noch gerufen: Sie lebt!" Zum Glück sei der Elefant nur auf die Seite gefallen und mit wenigen Schrammen davongekommen.

Natürlich ist auch Althoffs Tochter Gina mit der Tuffi-Geschichte groß geworden: "Als kleines Kind habe ich die Geschichte gehört. Bei Familientreffen erzählte man sich Ereignisse mit den Tieren. Der Sprung in die Wupper war natürlich immer die Krönung", erinnert sich Gina. Sie hat Tuffi selber noch kennengelernt, da der Elefant erst in den 1970er Jahren verkauft worden ist. "Tuffi war ein sehr lieber Elefant, brav, fröhlich und zuverlässig", sagt Gina Althoff, die Artistin ist.

Ein kleiner Elefant, der einen Sprung aus der Schwebebahn überlebt, ist auch für Kinder ein spannender Lesestoff, dachten sich die drei "Tuffi-Tanten", wie sie sich selber nennen. Texterin Manuela Sanne, Grafikerin Ariane Rudolph und die Pädagogin Simone Jacken haben ein neues Tuffi-Buch herausgebracht - pünktlich zum 60-Jährigen.

Die Althoffs sind gern zum Tuffi-Fest gekommen und finden es schön, dass Tuffis Sprung in die Wupper nach 60 Jahren nun gefeiert wird. "Das interessiert die Leute, bei uns stand in den letzten Tagen das Telefon nicht still", sagt Gina Althoff. "Es ist toll, dass fremde Leute unseren Elefanten feiern."

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