Anwohner sorgen sich um Sonnborn

Anwohner wünschen sich, dass ein Nahversorger kommt — zum Wohle des ganzen Stadtteils.

Sonnborn. Die einen wollen den Charakter Sonnborns erhalten, den anderen genügt es, wenn die Nahversorgung garantiert ist. Als am Mittwoch das WZ-Mobil zum Sonnborner Ufer kam, nahmen sich neben Bürgern auch Bezirksvertreter die Zeit, um die Lage zu diskutieren. Die Haltung der Sonnborner ist eindeutig: Sie wollen möglichst bald eine zentrale Einkaufsgelegenheit, ohne die günstige Parkmöglichkeit zu verlieren.

„Wenn wir diesen Platz umbauen, dann sollen alle davon profitieren“, sagte Bezirksbürgermeisterin Christa Kühme (CDU) und erklärte damit, warum die Planungsphase recht viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Nachdem die Stadtverwaltung bei der Sitzung der Bezirksvertretung Elberfeld-West dargelegt hatte, dass es zum Umbau eine europaweite Ausschreibung geben wird, haben sich die Bürger auf längere Wartezeiten eingestellt.

Bernd-Udo Hindrichs, Bezirksvertreter der SPD und Vorsitzender des Sonnborner Bürgervereins, erinnerte daran, dass die bisherigen Lösungsansätze nun mal allesamt gescheitert seien. Jetzt gehe es darum, Sonnborn aufzuwerten, wobei mit dem Reha-Zentrum bereits ein guter Ansatz gefunden sei.

Günter Schnur

Als „Gasthörer aus Nächstebreck“ bezeichnete sich Günter Schnur, der das Geschehen aus privatem Interesse verfolgt. Seiner Ansicht nach hätte das Gelände an einen Privatinvestor verkauft werden sollen, um sich die Ausschreibung „von der Sardinenküste bis zum Ural“ zu sparen. Den Hinweis von Bezirksbürgermeisterin Kühme auf nichtöffentliche Teile des Verfahrens sieht er ebenfalls kritisch. „Nichtöffentlich, das sollte zum Unwort des Jahres werden.“ Auch Ratsherr Heribert Stenzel (WfW) wies darauf hin, die Öffentlichkeit, wenn möglich, mehr in den Prozess einzubinden.

Während Hindrichs Verständnis dafür hat, dass potenzielle Investoren aus Wettbewerbsgründen ihre Pläne nicht allzu früh offenlegen wollen, steht Hildegard Blaeser auf der unglücklichen Seite der einfachen Bürger, denen schlichtweg die Einkaufsmöglichkeit fehlt. Sich die Lebensmittel liefern zu lassen, sei einfach keine Lösung, sagt Ursula Hög. „Wir brauchen einen Laden“, findet auch Anna Peter. Sonnborn leide unter einem schlechten Image. Zwar sei ihr nicht gleichgültig, wie der aussieht, aber ein allzu langwieriges Verfahren störe sie doch.

„Am besten wäre eine Vollversorgung“, meint Wiltrud Elsner. „Vor allem brauchen wir eine Frischfleischtheke.“ Momentan, so Elsner, stehen die Sonnborner, was die Nahversorgung angeht, im Dunkeln. „Es muss einfach alles wieder attraktiver werden.“ Was die Parkplatzsituation angehe, müsste bei der Planung aber Rücksicht genommen werden, etwa für die Freiwillige Feuerwehr am Sonnborner Ufer. „Die hat viele Einsätze. Es muss Stellplätze für deren Privatfahrzeuge geben.“

Margrit Lindemann betont: „An der Hindenburgstraße gibt es zwar noch einen kleinen Laden, aber für einen großen Einkauf brauchen wir hier einfach mehr.“ Otto Pacht wies darauf hin, dass es vor Jahren schon einmal die Diskussion gab, einen Discounter am Sonnborner Ufer anzusiedeln — damals sei das aber abgelehnt worden. Wie mehrere Anwohner jetzt aber noch einmal erklärten, habe es damals noch andere Voraussetzungen gegeben, nämlich einen funktionierenden Edeka-Markt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung