Gehweg zu hoch: Muss die Trasse aufgefüllt werden?

Gehweg zu hoch: Muss die Trasse aufgefüllt werden?

Auf der Strecke zwischen Ottenbrucher Bahnhof und Mirke ist den Planern ein peinlicher Fehler passiert.

Mirke. Offenbar schützt die Übernahme der Planungen auf der Nordbahntrasse durch die Stadt nicht vor Fehlern. Auf dem Teilstück vom Ottenbrucher Bahnhof bis zur Mirke wurde der Gehweg der Trasse nach Recherchen der WZ erheblich höher als geplant gebaut. Dies führt dazu, dass auch der etwa sechs Meter breite Fahrweg höher gebaut werden muss, damit keine Kante entsteht. Dies soll zumindest teilweise für die Strecke von 1,6 Kilometern gelten und wird daher nach ersten Schätzungen bis zu 30.000 Euro kosten.

Auf Nachfrage bestätigt Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Wuppertal Bewegung, diesen Fehler. Seiner Einschätzung nach wurden die Randsteine des Gehwegs zu hoch eingesetzt und betoniert. Damit hätten sie die Höhe vorgegeben. Gerhardt erläutert, dass anstatt einer Höhe von 27 Zentimetern die Höhe bis zu 40 Zentimetern betragen habe.

Lothar Kudla, Ex-Bauleiter der Stadtwerke und Mitglied der Wuppertal Bewegung, bestätigt Gerhardts Erläuterung. Kudla war es, der die Stadt auf den Fehler aufmerksam gemacht hatte — pikanterweise während eines Termins, an dem die Stadt den Baufortschritt präsentierte.

Carsten Gerhardt legt indes Wert darauf, dass die auf der Trasse beschäftigten Ein-Euro-Jobber nicht die Schuldigen seien. „Die Arbeiter des zweiten Arbeitsmarktes machen, was angewiesen wird — und das machen sie sehr gut“, konstatiert Gerhardt. Er fügt an. „Es wäre hilfreich, wenn die städtischen Planer öfter vor Ort wären, dann könnten solche Fehler früher entdeckt werden.“

Bei der Stadt, die in diesem Bereich Bauherr ist und die Federführung übernommen hat, sind mittlerweile mehrere Planer für die Trasse im Einsatz, der Projektsteuerer für die Nordbahntrasse gehört zu einem externen Unternehmen.

Ob der Fehler überhaupt zu Mehrkosten führt, ist nach Auskunft von Stadtsprecherin Martina Eckermann noch gar nicht erwiesen. In den nächsten Wochen würden die Fachgespräche geführt, dann ließe sich die Lage besser einschätzen.

Die Sprecherin machte Vandalismus dafür verantwortlich, dass der Gehweg höher als geplant sei. Unbekannte hätten die Randsteine umgetreten, die dann wiederum einbetoniert worden seien.

Mehr von Westdeutsche Zeitung