Aldi-Kita-Bau in Wuppertal: Stadt muss Pläne überarbeiten

Baupläne : Aldi-Kita-Bau: Die Stadt muss die Pläne überarbeiten

Eltern sind gegen ein kleineres Außengelände. Verwaltung hat die Vorlage vor der BV-Sitzung zurückgezogen.

Die Pläne von Stadt und Aldi für den gemeinsamen Discounter- und Kita-Bau an der Briller/Bayreuther Straße müssen noch einmal überarbeitet werden. Erst dann werden sie den politischen Gremien vorgelegt, erklärte Baudezernent Frank Meyer (SPD) auf WZ-Anfrage. Eigentlich sollte das für Wuppertal bislang einmalige Projekt bereits am Mittwoch Thema in der Bezirksvertretung Elberfeld-West sein. Am Donnerstag sollte der Stadtentwicklungsausschuss den Aufstellungsbeschluss fassen. Doch die Verwaltung zog die Vorlage am Mittwochmittag kurzfristig zurück. Hintergrund seien rechtliche Fragen zur Grundstücksvergabe, erklärte Meyer. Die müsse man zunächst klären, um auf der sicheren Seite zu sein. Details wollte er nicht verraten.

Kita-Eltern erfuhren
aus der WZ von den Plänen

Eine Rolle dürfte aber auch die Kritik von Eltern der städtischen Kita gespielt haben. Denn sollten die Pläne so, wie bislang vorgesehen, umgesetzt werden, würde die Außenfläche der Kita verkleinert werden — obwohl die Zahl der Gruppen von zwei auf fünf vergrößert würde.

Bezirksbürgermeisterin Ingelore Ockel (CDU) hatte bereits in der vergangenen Woche gegenüber der WZ ihr Unverständnis darüber geäußert und „Beratungsbedarf“ angekündigt. Nach dem Artikel der WZ hatten sich bei ihr zudem einige Eltern aus der Kita gemeldet, die in der Sitzung protestieren wollten. „Die waren entsetzt“, so Ockel. Vor allem darüber, dass sie von den Plänen aus der Zeitung erfahren mussten. Die Verwaltung habe ihr gegenüber schon eingeräumt, dass das schiefgelaufen sei.

Insgesamt gehe es, so Ockel, um eine Gesamtflächenreduzierung von mehr als 3000 Quadratmetern inklusive Gebäude auf gut 1300 Quadratmeter. Die Zahl der Kinder würde von 43 auf 100 steigen. Dass der Bedarf für mehr Plätze da ist, habe man ihr auch von Seiten der Kita bestätigt, erklärt die Bezirksbürgermeisterin. Das Thema Außenflächen müsste aber auf jeden Fall geklärt werden, auch mit den Eltern.

„Wir halten weiter an der Idee fest“, sagt Meyer zu dem Projekt, das er einen „Prototyp“ für Wuppertal nennt. Man wolle auf jeden Fall auch mit den Eltern ins Gespräch kommen, sich ihre Bedenken anhören, so der Baudezernent. Möglicherweise werde man nach Alternativen suchen, dass mehr Außenfläche erhalten bleibt und trotzdem der gemeinsame Bau errichtet werden kann.

Meyer macht allerdings keinen Hehl daraus, dass er die vorgesehene Außenfläche für ausreichend hält. Es sei notwendig, Kitas in der Innenstadt zu erweitern, um mehr Plätze anbieten zu können. Das gehe dann aber mangels Raum eben manchmal zu Lasten der Außenflächen.

Die zurückgezogene Vorlage, die auch schon einen Entwurf des Baus beinhaltet, sah die „Neugestaltung des Aldi-Lebensmittelmarktes mit Integration einer Kindertagesstätte“ vor: Aldi will seinen Markt an der Briller Straße erweitern. Die Stadt will ihre Kita in der Nachbarschaft an der Bayreuther Straße vergrößern. Ziel ist ein gemeinsamer Baukörper, dessen Kosten Aldi übernehmen würde. Dafür würden sowohl der bestehende Markt als auch die Kita abgerissen.

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