Baupläne August-Jung-Weg in Wuppertal: Nächste Runde für die Offenlage

Planung : August-Jung-Weg: Nächste Runde für Baupläne

Offenlage: Der Stadtentwicklungsausschuss entscheidet. CDU hat noch Fragen.

. In der vergangenen Woche hat die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg getagt. Nicht auf der Tagesordnung: das Bauvorhaben am August-Jung-Weg. Ein Grund dafür bestand nicht, denn für die Errichtung der maximal 18 Häuser dort hatte sich das Stadtteilgremium bereits vor längerer Zeit für die Offenlegung der Pläne ausgesprochen. Zwar nach einigen Diskussionen, doch letztendlich mit deutlicher Mehrheit. Dass das Verfahren trotzdem nicht weiterlief, liegt am Stadtentwicklungsausschuss. Der hatte das Thema auf Wunsch der CDU im März vertagt. Ob es am kommenden Donnerstag in der Ausschuss-Sitzung nun eine Entscheidung geben wird, ist fraglich.

Nach Angaben des Ausschussvorsitzenden Michael Müller (CDU) sind noch Fragen zu klären. Es bringe ja nichts, bis zum Satzungsbeschluss zu warten, „und dann dagegen zu stimmen“. Die Grundstücksgrößen seien ein Thema, der noch nicht durchgehend existierende Bürgersteig und, das ist neu, über die Parkplätze müsse diskutiert werden, wie Müller jetzt gegenüber der WZ erklärte.

Investor kann die Verzögerung nicht nachvollziehen

Investor Matthias Gülich von der Arealcon GmbH ärgert sich über die Hängepartie. Aus seiner Sicht seien einige Fragen schon längst geklärt. Den Bürgersteig übernehme zum Beispiel er, auch auf einem Stück, das eigentlich nicht mehr direkt zum Baugelände gehöre. Und auch, was die Grundstücksgrößen angeht, stehe bereits fest, dass viele der verkauften Grundstücke die von der Politik geforderten 900 Quadratmeter umfassen. „Es sind auch 1110 Quadratmeter große Grundstücke dabei.“

Dass die Parkplatzsituation jetzt noch einmal als Problem erkannt worden sei, überrasche ihn. Dennoch habe er direkt mit der Stadt Kontakt aufgenommen. Es werde eine Lösung gesucht. Auch wegen der Parkplätze sei man jetzt direkt mit der Stadt ins Gespräch getreten. Ob es am Donnerstag eine Entscheidung im Ausschuss geben wird? Gülich will keine Einschätzung mehr geben. Der Investor bestreitet nicht, dass ihn jede weitere Verzögerung Geld kostet.

Während Gülich sich zurückhält, gibt es nicht wenige, die mittlerweile von einem Politikum sprechen. Es gehe weniger um das Bauprojekt an sich als um ein Geplänkel zwischen CDU mit Müller auf der einen Seite und der Verwaltung bzw. der SPD mit Baudezernent Frank Meyer auf der anderen. Denn selbst in CDU-Kreisen gibt es, wie die WZ erfuhr, einige Stimmen, die die Verschiebung der Offenlegung nicht nachvollziehen konnten. Klaus-Jürgen Reese (SPD) hatte sich im März gegenüber der WZ für den August-Jung-Weg als Bauland ausgesprochen.

Anwohner kritisieren
die Pläne als zu massiv

Bekannt ist aber auch, dass das Projekt als solches auch am Katernberg alles andere als unumstritten ist. Anwohner laufen seit Bekanntwerden der Pläne Sturm, haben, sollte es zur Rechtskraft kommen, bereits Klage gegen den Bebauungsplan angekündigt. Dabei steht schon seit langem fest, dass die Fläche nicht auf Dauer frei bleiben wird. Sogar ein Ausflugslokal war dort einmal Thema – und jetzt eben Wohnen. Gülich habe, so sagt er, deshalb mit der Interessengemeinschaft Kontakt aufgenommen, sich die Einwände angehört. „Ich will ja eine vernünftige Lösung.“ Die Anwohner seien nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung, kritisierten aber die aus ihrer Sicht massive Bauweise.

Insgesamt geht es um ein Areal von 24 000 Quadratmetern, bebaut würden nur 13 000 Quadratmeter. Der Aufstellungsbeschluss erfolgte Ende 2016, mehrfach war der Bebauungsplan danach Thema in der Bezirksvertretung, wo auch die Anwohner zu Wort kamen. Sie monieren vor allem, dass das Verkehrsgutachten der Verwaltung Schwächen aufweise und dass das Umweltgutachten kaum berücksichtigt werde. est

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