Bauprojekt in Dormagen: Turnhalle wird teurer als gedacht

Bauprojekt in Dormagen : Turnhalle wird teurer als gedacht

Statt geplanten 4,6 Millionen Euro soll die Dreifachturnhalle jetzt 6,8 Millionen Euro kosten.

In schöner Regelmäßigkeit werden in der Stadt Sportplätze saniert beziehungsweise in Kunstrasenplätze umgewandelt, in Stürzelberg entsteht sogar eine völlig neue Sportanlage. Jetzt bekommt Dormagen auch eine neue Sporthalle: Weil erstens der Bedarf nach mehr Hallenzeiten vorhanden ist und zweitens die Beethovenhalle abgerissen wird und dem neuen, gleichnamigen Wohnquartier weichen muss. Das Problem: Die geplante neue Dreifachhalle wird viel teurer als ursprünglich geplant. War ursprünglich von 4,6 Millionen Euro die Rede, so würde der Bau jetzt um fast 50 Prozent teurer und soll 6,8 Millionen Euro kosten.

Nach Angaben von Kämmerin Tanja Gaspers, die auch für den Eigenbetrieb verantwortlich ist, sind zwei Faktoren dafür ausschlaggebend: Zum einen Baukostensteigerungen in Höhe von 6,5 Prozent und eine weitere Kostengruppe, die hinzugekommen ist – der Bau von Außenanlagen wie Parkplatz und Zufahrtwegen. Da diese Maßnahme bislang Bestandteil eines geplanten ÖPP-Projektes war, sind noch keine Mittel dafür im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Dormagen veranschlagt. Das müsste die Politik für das Wirtschaftsjahr 2020 veranlassen.

Starke Baukonjunktur
sorgt für Kostensteigerungen

Bei der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung im Februar 2018 war man im Rathaus noch von Kosten in Höhe von 4,6 Millionen Euro ausgegangen. Die enorm starke Baukonjunktur sorgt seit geraumer Zeit für erhebliche Kostensteigerungen in diesem Gewerbe. So war es auch in der Folge, erläutert Gaspers, nach deren Aussage nicht von einer Steigerung in dieser Höhe (6,5 Prozent) auszugehen war. Bezogen auf den Flächenzuwachs von 2500 auf 2566 Quadratmeter steigen die Kosten auf 4,4 Millionen Euro. Gaspers: „Dies erklärt eine Differenz in Höhe von 785 180 Euro.“ Im Weiteren entfallen ca. 200 000 Euro auf Ausstattungen (hoher Schallschutz, Barrierefreiheit), die zum Zeitpunkt der Erstellung der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung 2018 noch nicht als konkrete Anforderungen formuliert waren.

Sollte die Politik den Bau der Halle jetzt vorantreiben, so könnte der im kommenden Jahr beginnen – und noch teurer werden. „Das ist nicht auszuschließen“, so Gaspers. Abzuwarten bleibt, wie die Politik auf diese Kostensteigerung reagiert. Als erstes wird sich der Betriebsausschuss Eigenbetrieb damit befassen, der am kommenden Dienstag tagt. Klar ist nur eins: Der Bau der Dreifachhalle soll aus dem bislang vorgesehenen und nun erst mal gestoppten ÖPP-Projekt heraus gelöst und gesondert verfolgt werden. Darüber besteht breiter Konsens. Die Verwaltung schlägt vor, diese neue Halle hinter dem Bettina-von-Arnim-Gymnasium zu bauen. Die Zufahrt auf den neuen, großen Parkplatz dorthin soll über die Bahnhofstraße erfolgen.

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