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Spielplätze: Vorst ist klar unterversorgt

Spielplätze: Vorst ist klar unterversorgt

7000 Quadratmeter Spielfläche fehlen. Das soll sich nach einem neuen Konzept bald ändern.

Tönisvorst. Es müsse dringend was passieren, Vorst sei im Gegensatz zu St. Tönis bei der Ausweisung von Spielplätzen seit vielen Jahren extrem unterversorgt. So gebe es derzeit für die älteren Kinder und für die Jugendlichen ab zwölf Jahren überhaupt keine Plätze, die anderen seien überaltert. Selbst die Verwaltungsvertreter appellierten im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport dies jetzt schnellstens zu ändern — auch im Hinblick auf das neue Wohngebiet Vorst-Nord. Noch hakt es allerdings ein wenig.

„Wer trägt denn nun von der Familie vor?“, fragte eingangs Ausschuss-Vorsitzender Helmut Drüggen (CDU). Denn neben Bürgermeister Thomas Goßen war außerdem seine Ehefrau Heike gekommen. Aus gutem Grund: Heike Goßen ist bei der Verwaltung für die Spielleitplanung zuständig. Sie hatte diesmal das Wort, stellte ihre fundierten Planüberlegungen vor — und sprach von einer „massiven Unterdeckung“ in Vorst. So lebten dort im April etwa 7000 Menschen, davon 1034 Kinder und Jugendliche, bald kämen in Vorst-Nord 105 Kinder und Jugendliche dazu. Entsprechend den Richtlinien müssten eigentlich in den verschiedenen Kategorien insgesamt eine Spielfläche von rund 12 000 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Derzeit seien es noch nicht einmal 5000.

Fachbereichsleiter Marcus Beyer musste eingestehen, dass man sich in der Vergangenheit auf St. Tönis konzentriert und Vorst vernachlässigt habe. Heike Goßen will demnach jetzt alte Standorte reaktivieren, sie durch Erweiterungen und neue Spielgeräte und Bereiche aufwerten. So sollen am „Dommeshof“ und am „Kniebeler Park“ Plätze für alle Altersklassen entstehen, soll außerdem der total überalterte Spielbereich „Im Buysch“ mit einer Ergänzungsfläche attraktiver werden. Ferner biete sich an, den Platz „Am Kuhlenhof“ zu einem Spielareal für Kinder bis zehn Jahren zu machen. Schätzkosten für alle vier Vorhaben: rund 145 000 Euro; davon entfielen alleine auf das Areal „Im Buysch“ 70 000 Euro. Noch sind die Gelder dafür gesperrt.

Für die von Heike Goßen bevorzugten Lösungen sprach sich in Gänze nur Michael Lambertz (UWT) aus. Vertreter von CDU und SPD erschien das Konzept zu teuer zu sein. „Sind wirklich diese Bedarfe da, zumal einige Plätze in der Vergangenheit nicht angenommen worden sind?“, fragte Anke Dubberke (CDU). Das Freizeitverhalten der jungen Menschen habe sich verändert. Damit konnte Ralph Thoms (Grüne) nichts anfangen: „Wir wollen, dass sich die Kinder und Jugendlichen draußen wieder mehr bewegen, deshalb brauchen wir ja eine größere Attraktivität.“

Silke Depta (SPD) kam es so vor, als habe man dem Ausschuss so eine Art Urlaubs- und Wunschkatalog vorgelegt, ohne beispielsweise auf den räumlichen Bezug einzugehen. Dem widersprach Heike Goßen.

Nach langer Diskussion dann die Empfehlung an den Bauausschuss. Die CDU war mit ihrem Antrag erfolgreich, zunächst einmal die Mittel für die Umgestaltungen der Bereiche „Kniebeler Park“ und „Am Dommeshof“ freizugeben. Dafür stimmte neben der CDU nur Michael Lambertz. Dies reichte, denn SPD, FDP und Grüne enthielten sich der Stimme. Die anderen zwei Plätze will man sich gemeinsam mit dem Bauausschuss ansehen. Und zwar vor der nächsten Bauausschusssitzung am 21. Juni.

Marcus Beyer relativierte noch die Höhe der gesamten kalkulierten Kosten von 145 000 Euro: „Würden wir alleine für das Wohngebiet Vorst-Nord einen ganz neuen Spielplatz bauen, kämen Kosten von etwa 300 000 Euro auf uns zu.“