Kaffee für die Blutspender

Kaffee für die Blutspender

Monika Nöhles engagiert sich seit 39 Jahren für das Rote Kreuz in Vorst. Morgen wird sie verabschiedet.

Vorst. Wie viele Liter Kaffee Monika Nöhles bei den Blutspenden in der Vorster Grundschule schon gekocht hat, kann die 81-jährige Vorsterin noch nicht einmal schätzen. Seit 39 Jahren ist sie als freiwillige Helferin bei jeder Blutspende in Vorst dabei. Sie kocht Kaffee, schmiert Brötchen, räumt ab und spült. Doch damit ist jetzt Schluss. Morgen geht die Seniorin in den Ruhestand.

„Am 19. Mai helfe ich zum letzten Mal bei der Blutspende des Deutschen Roten Kreuzes in Vorst. Langsam aber sicher werde ich einfach zu alt dafür“, sagt Monika Nöhles. Angefangen hat 1972 eigentlich alles durch einen Zufall. Ihr Ehemann Karl wurde damals Hausmeister an der katholischen Grundschule in Vorst. Dort fanden immer die Blutspenden des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) statt. Für das Haumeister-Ehepaar war es selbstverständlich, bei den Vorbereitungen zu helfen. „Mein Mann hat unter anderem die Tische aufgestellt, und ich bin irgendwie beim Kaffeekochen gelandet“, erinnert sich die Vorsterin.

In den folgenden Jahren entstand eine enge Verbundenheit zum DRK, wobei weder Karl noch Monika Nöhles Mitglied wurden. „Wir haben das einfach so gemacht“, sagt Monika Nöhles.

Die Hilfe ging schnell über die Blutspende hinaus. Karl Nöhles, gelernter Schreiner, baute dem DRK Holzkisten, um das Porzellan sicher zur Schule transportieren zu können. Auch als die Beiden in Rente gingen und gar nicht mehr an der Schule wohnten, hielt ihre Hilfsbereitschaft an.

Daran änderte sich auch nichts, als Monika Nöhles ihren Mann verlor. Zu jeder der vier Blutspendetermine im Jahr fuhr sie mit dem Rad in die Grundschule, startete die Kaffeemaschine — und machte sich an die Arbeit.

Kaffeemaschinen hat sie schon einige erlebt, jedes neue Modell war größer und schneller als sein Vorgänger. Selbst Blut gespendet hat die Vorsterin nur ein einziges Mal. „Die konnten mein Blut von den Werten her nicht brauchen. Da habe ich es nie mehr versucht“, sagt sie.

Monika Nöhles half auf andere Art und Weise und stärkte die Blutspender nach deren Einsatz. In den vergangenen beiden Jahren verzichtete die 81-Jährige auf das Radfahren. Wenn der Blutspende-Termin war, holte einer der DRK-Mitarbeiter die Vorsterin daheim ab.

„Wir werden sie sehr vermissen und wissen noch gar nicht, wer sie ersetzen soll, sagt Wilma Jansen, Gemeinschaftsleiterin des DRK Vorst. Monika Nöhles indes freut sich auf den Ruhestand. „Im Kirchenchor, wo ich 60 Jahre dabei war, habe ich auch aufgehört. Ich möchte es mir einfach zuhause gemütlich machen, den Haushalt versorgen, Fernsehgucken und ein Nickerchen im Sessel machen, wenn mir danach ist“, sagt die 81-Jährige.

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