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Initiative "Willich barrierefrei": Anrath 1tausend gewinnt Heimatpreis

Ehrenamt in Willich : Heimatpreis für „Anrath 1tausend“

Mit dem Projekt „Willich barrierefrei“ stattet der Verein Arztpraxen und Geschäfte mit mobilen Rampen und Hilfe-Klingeln aus.

 Der Verein „Anrath 1tausend“ hat im Wettbewerb um den erstmals auch von der Stadt Willich ausgelobten Heimatpreis „Nordrhein-Westfalen heimatet!“ den ersten Platz belegt. In der Ratssitzung am Mittwochabend überreichte Bürgermeister Christian Pakusch feierlich den Preis an Timo Krempe, den ersten Vorsitzenden des Vereins. Konkret ausgezeichnet wurde „Anrath 1tausend“ für das Projekt „Willich barrierefrei“, mit dem sie älteren Mitbürgern, solchen mit Kindern oder körperlicher Behinderung versuchen, den Alltag zu erleichtern.

Was dahinter steckt, erläuterte Krempe in einem kurzen Vortrag. Der Verein hat 2020 100 „Service-Klingeln“ gekauft, die leicht zugänglich vor Geschäften, Arztpraxen oder Büros angebracht werden. Menschen, die Schwierigkeiten haben, die Räume zu betreten, etwa, weil sie im Rollstuhl sitzen, einen Rollator benötigen oder mit Kinderwagen unterwegs sind, können klingeln, dann kommt Hilfe aus dem Geschäft oder der Praxis.

Im zweiten Schritt hat der Verein 24 mobile Hilfsrampen angeschafft, die vor Eingangsbereichen mit Stufen ausgelegt werden können. Bei dem Projekt kooperiert der Verein mit der Lebenshilfe im Kreis Viersen. Die Service-Klingeln und die Rampen können von Geschäftsleuten in ganz Willich genutzt werden. Der erste Platz beim Heimatpreis ist mit 2500 Euro dotiert, dazu gibt es eine Skulptur.

Plätze zwei und drei an Schützen und Geschichtsfreunde

Platz zwei im Willicher Wettbewerb belegte die St. Konrad Schützengilde Grenzweg. Der Vorsitzende Jürgen Latzke zeigte in seiner Projektvorstellung auf, welche Leistungen die 1958 gegründete Gilde in der Siedlung am Grenzweg erbringt – neben der Ausrichtung des Schützenfestes pflegen die Mitglieder etwa die rund 90 Jahre alte St.-Konrad-Kapelle und deren Außenanlagen oder unterstützen den St.-Martins- und den Karnevalszug am Grenzweg. Der zweite Platz ist mit 1500 Euro und ebenfalls einer Skulptur dotiert.

Den dritten Platz vergab die Jury, die sich aus dem Ältestenrat der Willicher Kommunalpolitiker und Vertretern des Kulturausschusses zusammensetzte, an die „Heimat- und Geschichtsfreunde Willich“ (vormals Schiefbahn). Ihr Vorsitzender Ernst Kuhlen informierte den Rat über das Projekt, für das der Verein das Preisgeld von 1000 Euro verwenden möchte: Derzeit erforschen Teams aus allen vier Stadtteilen die Geschichte hinter den Straßennamen in Willich und stellen diese Informationen zusammen. Dabei werden auch die Umbenennungen von Straßen in der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet, so Kuhlen. Mitte 2022 wollen die Gruppen ihre Ergebnisse bei einem Vortrag im Heimatmuseum Kamps Pitter präsentieren und in einem Buch zusammenstellen.

Bürgermeister Pakusch hatte vor der Ehrung der Gewinner noch kurz den Hintergrund des Themas erläutert: Der Preis „Nordrhein-Westfalen heimatet“ wurde 2020 erstmals vom NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung ausgelobt. Er ist Teil des landeseigenen Förderprogramms „Heimat.Zukunft.Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was die Menschen verbindet“.

Das Konzept: Eine kreisangehörige Stadt wie Willich kann jährlich über ein Preisgeld von insgesamt 5000 Euro verfügen. Der Preis wurde ins Leben gerufen, um besonderes. ehrenamtliches Engagement von Vereinen oder Initiativen auszuzeichnen. Rund 260 Kommunen vergeben lokale Heimatpreise. Der Willicher Rat hatte im April 2021 erstmals die Auslobung des Preises beschlossen.