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Tönisvorst: Die Kinder sind gleich geblieben — die Eltern haben sich ein wenig verändert

Tönisvorst : Die Kinder sind gleich geblieben — die Eltern haben sich ein wenig verändert

Seit 40 Jahren ist Maria Claeßens in städtischen Kindergärten.

Tönisvorst. Es sind die Kindergartenkinder von einst, die der Erzieherin heute vertrauensvoll ihre eigenen Kinder bringen: Maria Claeßens, die jetzt ihr 40-jähriges Dienstjubiläum begehen konnte. „Dann kann es in unserer Einrichtung so schlecht nicht gewesen sein“, scherzt die 62-Jährige, die sich in Altersteilzeit befindet.

Rückblick: Es ist das Jahr 1976 als sie ihre Berufung als Erzieherin in der damaligen Kindertagesstätte des Krankenhauses Tönisvorst findet. Schon nach 18 Monaten wird sie Leiterin der Einrichtung — ohne es angestrebt zu haben. Zu finden war die Kindertagesstätte seinerzeit im Untergeschoss des damaligen Seniorenhauses. „Damals waren wir vier Angestellte — darunter eine Praktikantin im Aner-kennungsjahr — mit 30 Kindern“, erläutert Claeßens.

Nachdem 1979 die Gemeinde den Betriebskindergarten des Krankenhauses übernommen und zu einer öffentlichen Einrichtung umgewidmet hat, kommt 1985 der Umzug in den Neubau an die Jägerstraße.

Haben sich die Erziehungsideale in den vergangenen 40 Jahren stark gewandelt? „Was gleich geblieben ist: Diesen Beruf ergreift man, weil man sich für die Kinder entschieden hat. Das ist das Wichtigste“, sagt die erfahrene und in Tönisvorst sehr bekannte Fachfrau. Die Ziele seien die gleichen: selbstständige, selbstbewusste Kinder. Auch diese seien gleich geblieben.

„Was sich ein bisschen geändert hat, sind die Eltern: Früher war eine Kindertageseinrichtung eine Ergänzung zu der familiären Erziehung. Heute gehen viele Eltern davon aus, dass die Erziehung durch die Einrichtung erfolgt, also zum Beispiel Tischmanieren und Ähnliches“, so ihre Erfahrung.

Fehlt ihr das Leben in der Einrichtung? „Durch die Kinder erlebt man die Atmosphäre der Jahreszeiten intensiver. Dafür genieße ich es jetzt aber sehr, morgens in aller Ruhe Zeitung lesen zu können bei einer leckeren Tasse Kaffee“, so Claeßens. Für ihre 40 Jahre im Dienste der Kinder, für treue Pflichterfüllung, erhielt sie jetzt von Bürgermeister Thomas Goßen die Ehrenurkunde. Und einen fröhlichen Strauß mit vielen bunten Blumen — Vorboten des Frühlings.