Kempen: Tannenbaum ade

Messdiener und vier Landwirte haben 140 Weihnachtsbäume eingesammelt und 1000 Euro erwirtschaftet.

Kempen. Elf Mitglieder der Messdiener-Leiterrunde und vier Kempener Landwirte sammelten am Samstag 140 Weihnachtsbäume ein und kassierten dafür knapp 1000 Euro für den guten Zweck. Im vergangenen Jahr waren es noch geringfügig mehr Bäume gewesen. Organisator Malte Pawlik weiß, woran das gelegen hat: „Viele Kempener wollten sich offenbar noch nicht so früh von ihrem Baum trennen. Wir haben fälschlicherweise angenommen, die Firma Schönmackers würde die Bäume bereits in der kommenden Woche abholen. Dies geschieht aber erst eine Woche später.“

Samstag, 9.45 Uhr an St. Josef: Feinste Schneeflocken haben einen dünnen weißen Film auf die Straßen gezaubert, es ist ungewöhnlich kalt, Streufahrzeuge sind im Einsatz. Anders ausgedrückt: Es ist das richtige Wetter, um sich die Decke über die Ohren zu ziehen und noch eine Runde zu schlafen. Kein Wunder bei diesen Rahmenbedingungen, dass die Aktion mit einer gewissen Verspätung gestartet ist.

Malte Pawlik und Jenny Eidner sowie Tobi Angerhausen und Mika Schmitz, die später die Bäume auf dem Birmes-Hof schreddern sollten, waren als Erste vor Ort. Wenig später folgte Landwirt Rudolf Platen. Der 44-Jährige hatte sich für den Traktor mit der beheizbaren Kabine entschieden, während die Jugendlichen auf dem Anhänger der Kälte ausgesetzt waren. „Ich verkaufe Weihnachtsbäume, also beteilige ich mich auch an der Sammelaktion“, erklärte Platen.

Hobbylandwirt Johannes Beek wusste aus Erfahrung, dass das wahrlich kein ganz leichter Job werden würde: „Das sind zum Teil richtige Kameraden.“ Er meinte stattliche Weihnachtsbäume mit einem Gewicht von 40 Kilogramm und mehr. Er bekam auch den Einsatzplan. Dort war, nach Bezirken aufgeteilt, jede Adresse notiert, wo ein Weihnachtsbaum abgeholt werden musste. Die Abholliste hatte unter anderem Leonard Steffes ausgearbeitet. Seine Tour begann auf der Lilienstraße bei der Familie Pauly. Friederike Pauly übergab nicht nur den Baum, sondern auch eine Geldnote als Spende. „Der Leonard ist mein Enkel“, verriet die Seniorin und fügte hinzu: „Früher hat mein Schwiegersohn bei dieser Aktion mitgemacht.“

Die Tannenbaumaktion genießt schon fast Kult-Status. Die Organisatoren müssen jedoch aufpassen, dass ihnen die Helfer nicht ausgehen. Malte Pawlik brachte es auf den Punkt: „Viele von uns haben ein Studium aufgenommen oder werden dies in absehbarer Zeit tun“, erklärte der 18-Jährige, der Mathematik und Sozialwissenschaften auf Lehramt studiert. Worüber er sich gefreut hat: „Erstmals konnten die Weihnachtsbäume alternativ per E-Mail zur Abholung angemeldet werden. Von dieser Möglichkeit haben schon recht viele Gebrauch gemacht.“ Die kalten Hände waren beim anschließenden Beisammensein schnell vergessen.