Grefrath: Wegbereiter der Integration

Grefrath: Wegbereiter der Integration

Beim SPD- Neujahrsempfang wurden Sprachlehrer und Förderin der Kunst ausgezeichnet.

Oedt. Volles Haus, volles Programm: Der Neujahrsempfang der Grefrather SPD am Freitagabend in der Albert-Mooren-Halle war eigentlich eine Neujahrs-Show. Dazu trug das Grefrather Kinder- und Jugendtheater mit Auszügen aus dem Kult-Musical „Sister Act“ ebenso bei wie die Verleihungen des Bürgerpreises sowie des Kulturpreises.

Dass gerade ein Wahljahr begonnen hatte, merkte man nicht unbedingt: Der Parteivorsitzende Roland Angenvoort hielt sich mit Kritik am politischen Gegner zurück, konzentrierte sich vielmehr auf die Ideen und Lösungen der SPD. Der Fraktionsvorsitzende Jochen Monhof freute sich über ein „ausverkauftes Haus“ mit mehr als 200 Gästen, darunter viele Vertreter der örtlichen Vereine. Dem parteilosen Bürgermeister Lommetz stellte er für den Fall der Fälle Hilfe in Aussicht: „Manfred, Du meldest Dich bitte, wenn Du Probleme hast beim Ausfüllen des Beitrittsformulars.“

Beigetreten und stolz wie Oskar nach diesem Schritt war der 14-jährige Tom Hüser. Er hatte sich extra ein rotes Hemd gekauft als sichtbares Zeichen dafür, dass er jetzt ein Sozialdemokrat ist — wie sein Vater Markus Hüser. Der freute sich und versicherte, dass der Sohnemann die Entscheidung unbeeinflusst getroffen habe: Papa habe weder Druck ausgeübt, noch mit einer Taschengelderhöhung gelockt.

Eine andere rührende Kindergeschichte: Die neun Jahre alte Leni verlas, was sie sich zum Thema „Frieden“ aufgeschrieben hatte. Ein Kernsatz: „Jeder muss bei sich selber anfangen.“ Leni ist die Enkelin der diesjährigen Kulturpreisträgerin Morena Hommel. Sie ist unter anderem Initiatorin des Projekts „Frieden — eine Kunst.“ Ob sie eine Nutzungsänderung beantragt, um ihre „Kulturscheune“ in Mülhausen als Veranstaltungsort genehmigt zu bekommen, ließ die Preisträgerin offen. Das Publikum machte keinen Hehl daraus, dass es diesen Ort der Begegnung gerne behalten würde.

Gerne behalten würden die zahlreichen Flüchtlinge sicher auch ihre bewährten Sprachmittler Martina Bauer, Annemie Brehmer-Frohn, Stefanie Cornely, Chantal Küppers-Kemmerich, Christoph Ehlers, Karin Dames, Heinz Haan, Margit Heinze-Süselbeck, Doris Holland-Teklath, David Kretschmer, Johannes Lange, Evelyn Oeking, Evi Pauls, Marie-Theres Pickardt, Irina Schramm, Dorthe Tobeck und Ulrike van Well.

Bernd Bedronka hielt als Stellvertretender Fraktionsvorsitzender die Laudatio auf die Träger des Maya-Schmitz-Peik-Preises: „Die Preisträger haben sich um den ersten Schritt zur Integration bemüht, das Erlernen der deutschen Sprache.“ Angenvoort hob hervor, dass es der Gemeinde gelungen sei, die Finanzhoheit zu behalten und kritisierte, „wie mit den Vereinen hinsichtlich der Benutzungsgebühren umgegangen wurde“. Er ging auch auf die Zukunft der Albert-Mooren-Halle ein: „Unsere Haltung ist klar: Sie soll erhalten und schrittweise saniert werden.“ Für das „Aushängeschild Eishalle“ wünscht er sich vor dem Hintergrund, dass nur zu acht Prozent von Grefrathern genutzt wird, Finanzmittel von Kreis, Land und Bund.

Die bereits bei der Premiere Anfang Dezember begeisterte das Grefrather Kinder- und Jugendtheater mit „Sister Act“ - alles in allem ein sehr gelungener, ausgewogener Abend.