Neues vom Niers-Flüsterer : Fernbach schließt seinen Verkauf

Nach 60 Jahren ist Schluss, sagt der HiFi-Experte. Außerdem geht es um Musik, den Advent und Karneval.

60 Jahre sind nun doch genug, flüstert Manfred Fernbach, HiFi-Spezialist von der Hohe Straße 41 in Grefrath. Schließlich sei er jetzt 85 Jahre alt, da könne man doch ruhig ans Zumachen denken. Doch so ganz richtig ist das nicht: „Ich schließe den Verkauf zum 1. Januar 2020. Die Werkstatt bleibt offen.“ Gemeinsam mit zwei Angestellten repariert der Senior Geräte, die nicht mehr wollen. Mit sieben Jahren ist Fernbach von Essen nach Grefrath gekommen. Bevor der Vater in den Krieg zog, wollte er seine Familie bei der niederrheinischen Großtante in Sicherheit wissen.

Drei Gesellenbriefe in der Tasche

Drei Gesellenbriefe hat Manfred Fernbach – als Rundfunkmechaniker, Fernsehtechniker und Kaufmann. 1964 eröffnete er ein Geschäft rund um TV, Radio und Co. an der Hohe Straße. „Erst habe ich das Geschäft gemietet“, berichtet der Senior. Dann habe er gebaut. „Nach und nach habe ich erweitert. Zwei Häuser wurden dafür abgerissen. In einem war damals die Sparkasse“, so seine Erinnerung. Vor einigen Jahren wurde das Geschäft – das zu Hochzeiten 200 Quadratmeter Tonstudio im Keller hatte – wieder verkleinert. Von Anfang an habe er auf höchste Qualität bei seinen Geräten geachtet: Bang & Olufsen, Yamaha und TechniSat waren die gängigen Marken – und Braun, als das Unternehmen neben Rasierern auch noch Unterhaltungstechnik anbot. Fernbachs Devise: An Billiggeräten habe man keinen Spaß. Oft seien sie nicht mehr zu reparieren und von kurzer Lebensdauer. Und er meint, dass die Menschen früher mehr Freude beim Kauf hatten. Er erinnert sich noch an einen Kunden, der sich eine Anlage für 2200 Mark reservieren ließ. Einen Arbeiter, der am Wochenende gekellnert habe. „Nach jedem Wochenende brachte er mir einen Geldbetrag vorbei. Als er die Summe zusammen hatte, ist er gekommen und hat sie mit nach Hause genommen.“ Einen Leerstand wird es an der Hoch Straße wohl nicht geben. „Ich habe zum 1.1. vermietet. mehr sage ich noch nicht“, so Fernbach. Nur: „Es ist kein Einzelhandel. Dafür sehe ich hier keine Zukunft.“

Benefizkonzert fürs Stups

Free Barbie – Kill Ken – das sind Tobias Janssen gebürtig aus Grefrath, Lars Greuel und Andre Hasselmann, beide aus Kempen. Der Gitarrist und Sänger, der Bassist und der Schlagzeuger haben sich in den vergangenen drei Jahren einen Namen in der Region gemacht – nicht nur wegen ihres ausgefallenen Bandnamens. Den Janssen (er lebt heute in Mönchengladbach) erfunden hat. „Ich saß in einem Straßencafé, als zwei Frauen, die mich aufgrund ihrer komplett pinken Bekleidung stark an Barbies erinnerten, an mir vorbeigingen“, erinnert sich der Gitarrist. Da auch die Kens in Form von muskelbepackten Typen nicht fehlten, war der Bandname geboren. Die drei Berufsmusiker planen nun für den 21. Dezember ein Konzert in Krefeld in der Kulturrampe im Großmarkt, Oppumer Straße 175. „Seit knapp zwei Monaten engagieren wir uns für das Kinderhospiz ,Stups’ in Krefeld. Bei jedem unserer Konzerte verkaufen wir CDs und Magnete, wobei der gesamte Erlös als Spende ans Hospiz geht“, sagt Janssen. Dies soll auch beim Weihnachtskonzert so sein. Auf der Playlist stehen neben eigenen Stücken auch Coverversionen, denen die Band einen eigenen, meist rockigen Sound verpasst. Karten für das Konzert, das um 21 Uhr beginnt, gibt es im Vorverkauf (Kulturrampe) zu zehn Euro, an der Abendkasse kosten sie 13 Euro.

 „Free Barbie – Kill Ken“, das sind (v. l.) Tobias Janssen, Lars Greuel und Andre Hasselmann.
„Free Barbie – Kill Ken“, das sind (v. l.) Tobias Janssen, Lars Greuel und Andre Hasselmann. Foto: Lübke, Kurt (kul)

www.kulturrampe.de

Weihnachtszauber wird gemütlich

Und noch einen Auftritt hat Free Barbie – Kill Ken im Dezember. Und zwar am 1. Dezember beim Weihnachtszauber auf dem Marktplatz. Zum dritten Mal organisiert die Händlergemeinschaft Grefrath InTakt dieses Event. Gemütlicher soll es werden. Dazu gibt es insgesamt 16 Holzbuden, die von diversen Akteuren mit unterschiedlichsten Angeboten ausgestattet sein werden. Die Eröffnung am 1. Dezember übernimmt um 12 Uhr Bürgermeister Manfred Lommetz. Danach gibt es reichlich Musik mit der Gruppe feier|helden aus Grefrath und der Nettetaler Coverband  Carpet Beats. Ab 13.30 Uhr wird der Nikolaus kommen. Der vielbeschäftigte Mann will, so die Ankündigung, bis etwa 15.15 Uhr bleiben. Schüler der kreativen Musik Werkstatt werden zu hören (14.15  bis 14.45 Uhr) und die  Rosi Medici Kindertanzgruppe der Turnerschaft Grefrath zu sehen sein (14.55 Uhr bis 15.10 Uhr). Danach gibt es einen Auftritt der Stage Dream Academy aus Oedt (bis 15.45 Uhr). Und  das Grefrather Jugendtheater zeigt  Ausschnitte aus seinem neuen Programm „Der Glöckner von Notre Dame“ (16 bis 16.30 Uhr). Von  17 bis 18 Uhr sind dann Tobias Janssen und Andre Hasselmann von Free Barbie – Kill Ken als  dieses Mal nur als Duo.  Danach werden Weihnachtslieder gesungen –   Ende offen.

Verkaufsoffener Sonntag

Beim Grefrather Weihnachtszauber kommt das leibliche Wohl auch nicht zu kurz. Denn, Grefrath InTakt liefert den Glühwein, Mutter und mehr (MuM) die Waffeln, die katholische Landjugend kümmert sich um die Getränke für die Kinder, das Franzuse Hüske mit Branca Hendak und Bianca Savidis bietet herzhafte Leckereien und die Eheleute Faßbender reichen Punsch und Kakao. Im  Cyriakushaus findet – wie schon seit vielen Jahren  der Adventsbasar  der Pfarrgemeinde St. Benedikt statt. Und last but not least: Am 1. Dezember öffnen die Geschäfte in Grefrath.

Schönes für den Advent

Und wo wir schon mal so vorweihnachtlich gestimmt sind: Am kommenden Wochenende kann man sich in Vinkrath bei zwei Adventsausstellungen über die neusten Trends für die Vorweihnachtszeit informieren, vielleicht einen Adventskranz oder ein anderes hübsches Dekostück erwerben. Jutta’s Blumenlädchen, Heide 10, öffnet am Samstag, 13 bis 18 Uhr, und am Sonntag, 11 bis 16 Uhr. Neben dem floralen Angebot von Jutta Linßen und ihrem Team vom Blumenlädchen gibt es noch weitere Aussteller, die Schönes für den Tisch, Holzkunst und mehr präsentieren. Schönes zum Verschenken oder für das eigene Zuhause gibt es am Wochenende auch beim Blumenhaus Brünen-Fischer. Im Ketel 7 in Vinkrath kann man die Adventsausstellung am Samstag von 18 bis 21 Uhr und am Sonntag von 10 bis 16 Uhr besuchen.

Ja, wann ziehen sie denn

Die einen freuen sich auf Weihnachten, die anderen auch schon auf Karneval. Und mit Blick auf die närrischen Tage muss man sich ja in der Niersgemeinde auf einen neuen Rhythmus einstellen. Weil das für Verwirrung sorgt, stellt die Karnevalsgesellschaft Oedt-Mülhausen auf ihrer Facebook-Seite klar: Der Nelkensamstagszug in Oedt findet erst 2021 wieder statt. Die Oedter wollen nun immer im Wechsel mit den Vinkrather Narren ziehen. Die Bööscher hatten sich bisher immer mit Grefrath abgewechselt, wo es aber bekanntlich kein Karnevals-Komitee und damit auch keinen Zug mehr gibt. Nun sind die Vinkrather 2020 wieder an der Reihe und werden am Rosenmontag, 24. Februar, sicher wieder einen tollen Zug auf die Beine stellen. 2021 sind dann die Oedter Narren am Nelkensamstag am Start.