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Kempen/Kreis Viersen: Ewiger Kampf gegen Schlaglöcher

Kempen/Kreis Viersen : Ewiger Kampf gegen Schlaglöcher

Auch im Sommer sind die Schäden in den Straßen ein Thema für die Kommunen im Kreis Viersen. Ein Fall für die WZ-Serie "Unsere Sommerlöcher".

Ob Frost oder Baumwurzeln, ob Starkregen oder Wühlmaus — Straßen und Gehwege sind vielfachen Belastungen ausgesetzt. Vom ganz normalen Verkehr ganz zu schweigen. Die Folgen zählt Andrea Laarmanns auf, Abteilungsleiterin Tiefbau bei der Stadt Tönisvorst: „Hoch stehende Platten, Absackungen, Schlaglöcher in der Fahrbahn.“

Die WZ hat sich im Rahmen ihrer „Sommerlöcher“-Serie bei den Städten Kempen, Tönisvorst und Willich sowie bei der Gemeinde Grefrath erkundigt, wie sie die aktuelle Lage einschätzen und wie sie Schäden erkennen und beheben.

In der Stadt Tönisvorst ist laut Laarmanns noch für dieses Jahr ein größeres Sanierungsprojekt geplant, nämlich eine neue Fahrbahndecke für die Straße Laschenhütte (St. Tönis). Dabei handelt es sich um die zweitaufwändigste Art der Schadensbehebung. An Nummer eins steht eine komplett neue Straße samt Unterbau. Ein Beispiel dafür ist die Blumenstraße. Der Ausbau der kleinen Stichstraße, ebenfalls in St. Tönis, hatte vor drei Jahren zu Anwohner-Protesten geführt — wegen der Kostenbeteiligung.

Ein Bestreben der Stadt sei die Einführung eines sogenanntes Erhaltungskatasters, erklärt Andrea Laarmanns. Dieses würde dann langfristige Planungen umfassen.

In allen Kommunen in der Region gibt es „Straßenbegeher“, auch Straßenwächter genannt, so auch in der Gemeinde Grefrath. „Er nimmt die Löcher und anderen Gefahrenstellen auf“, sagt Guido Vincentz, Leiter des Bauhofs. Dann stelle sich die Frage: „Können wir das mit unserem Equipment selbst oder muss eine Fachfirma ran?“ Vicentz hat ein aktuelles Beispiel parat. Aufgrund der starken Regenfälle in letzter Zeit waren Teile eines Wirtschaftswegs in Niersnähe abgesackt. Das so entstandene Loch hätten die Bauhof-Mitarbeiter mittels Kipper und Schüppen auffüllen und mit einem „Grabenstampfer verdichten“ können, so der Chef. „Da brauchte man keinen Bagger oder Teermaschinen.“ Das einzelne Schlagloch mache man selbst.

Ist es denn grundsätzlich im Sommer eher ruhig, was dieses Thema angeht? Schließlich ist dann kaum mit Frostaufbrüchen zu rechnen. Guido Vincentz verneint. „Es verteilt sich übers ganze Jahr. Beispielsweise drücken Bäume eher im Frühjahr die Platten hoch. Irgendwas ist immer.“

Eine große Grefrather Problemstelle soll bald repariert werden. Nach vielen Jahren der Diskussion werden bald die Arbeiten zur Sanierung der „alten B 509“ zwischen Grefrath und Mülhausen ausgeschrieben (die WZ berichtete).

Andreas Hans, Geschäftsbereichsleiter Landschaft und Straßen in Willich, findet, dass „seine“ Stadt in Sachen Straßenzustand „gut aufgestellt“ sein — insbesondere im Vergleich mit umliegenden Großstädten wie Mönchengladbach, Krefeld und Duisburg. „Von maroden Straßen kann man in Willich nicht sprechen“, sagt er. Die Lage sei weitestgehend gut.

In Kempen ist laut Baubetriebshof-Chef Klaus Staschok ständig eine Arbeitskolonne auf und an den Straßen im Einsatz. Sie beseitige kleinere Schäden, zum Beispiel, wenn ein Lkw über einen Gehweg gefahren ist. Risse in der Fahrbahn, etwa durch Frost, würden mit „kalteinbaufähigem Mischgut“ verschlossen.

Ein Großprojekt laufe derzeit am Industriering Ost. Hier wird die komplette Straße (inklusive Tragschichten) erneuert. Morgen ist der Industriering Ost zwischen Außenring und Arnoldstraße deshalb gesperrt. Das teilte die Stadt Kempen mit. Dort werde die Feinschicht asphaltiert. Aus Rücksicht auf die Unternehmen in dem Gewerbegebiet wird die Maßnahme am Sonntag durchgeführt. Ab Montag, zirka 5 Uhr, soll der Industriering in diesem Bereich wieder befahrbar sein. Am Mittwoch beginnt der nächste und letzte Bauabschnitt zwischen Arnoldstraße und St. Huberter Straße. Entsprechende Umleitungen werden nach Angaben der Stadt ausgeschildert.