Pensionärsverein wählt neuen Vorstand

Karl Padurschel folgt Hans Peter Schelling im Amt des Vorsitzenden. Fritz Soditt erhielt bei der Versammlung die goldene Ehrennadel.

Wülfrath. Es fällt Karl Padurschel ganz offensichtlich recht schwer, über den Gesundheitszustand seines Vorgängers Hans Peter Schelling (84) zu reden. „Ich habe ihn erst gestern besucht, er ist mir ein guter Freund geworden im Laufe der Jahre, und es ist wirklich traurig, dass er sein Amt nicht mehr ausüben kann. Er hat dies wunderbar gemacht über all die Jahre“, teilt der 79-Jährige den rund 50 Kalkpensionären bei der Mitgliederversammlung im Paul-Ludowigs- Haus mit belegter Stimme mit.

Karl Padurschel, neuer Vorsitzender des Pensionärsvereins, über seinen Beweggrund, sich zur Wahl zu stellen

Der Pensionärsverein Rheinische Kalksteinwerke hat einen neuen Vorstand. Bereits seit vergangenen Herbst hatte Karl Padurschel das Amt kommissarisch übernommen, vorerst aus der Not heraus. „Es hätte ja sonst niemand machen wollen, und das hätte das Aus für unseren Verein bedeutet“, erzählt der Wülfrather. „Das war das Letzte, was ich wollte. Daher habe ich mich damals dazu bereit erklärt.“ Bei seiner Wahl hat Karl Padurschel daher auch keinen Gegenkandidaten und wird einstimmig zum neuen Vorstand gewählt. „Natürlich möchte ich ein wenig frischen Wind und neue Ideen einbringen, ich habe zum Beispiel bereits vier Termine für Werksbesichtigungen mit der Lhoist-Geschäftsführung abgesprochen und hoffe, dass sich unsere Mitglieder rege beteiligen“.

Dann wendet sich Padurschel Fritz Soditt zu, mit knapp 95 Jahren das älteste Vereinsmitglied und nicht nur das: Weil Soditt bei Rheinkalk 30 Jahre lang als Buchhalter tätig war und bis heute nicht von Zahlen lassen kann, kümmert sich der rüstige Senior nach wie vor um den Begräbnisbeihilfeverein, seit 1990 eine Nothilfeinitiative von Rheinkalk, die im Todesfall eines Kalkers Angehörige finanziell unterstützt „Wir haben die Zusage von Lhoist, dass ab sofort 1431 Euro pro Sterbefall gezahlt werden“, lässt Fritz Soditt seine ehemaligen Kollegen wissen, „allerdings nur unter bestimmten Satzungsveränderungen, über die in einer Vollversammlung im September abgestimmt werden soll.“

Fritz Soditt, zweifacher stolzer Vater, vierfacher Großvater, erinnert sich gern an die alten Zeiten: „Wir waren sehr glücklich, haben 1960 auf einem Grundstück, das Rheinkalk uns zur Verfügung stellte, gebaut“. Vor 26 Jahren verstarb seine Ehefrau. Bis vor fünf Jahren ist er 30 Jahre lang täglich von Dienstag bis Freitag morgens eine Stunde schwimmen gegangen, vielleicht ein Grund, warum der alte Herr auch heute noch so erstaunlich fit und eigentlich um keine Antwort verlegen ist — nur ein einziges Mal an diesem Tag: als er die goldene Ehrennadel für seine Vereinsverdienste verliehen bekommt — bislang haben diese Auszeichnung nur vier Vorstände erhalten. „Ich bin fassungslos“, stammelt Soditt, „Diese Ehre bedeutet mir unendlich viel“. Glück auf!

Der Pensionärverein Rheinische Kalksteinwerke besteht derzeit aus 214 Mitgliedern. Vor 20 Jahren waren es noch mehr als 600. Viele scheiden durch Tod aus, Neumitglieder verzeichnet der Verein kaum.