Velbert: Daumen hoch für Kolping

Velbert: Daumen hoch für Kolping

Die Kolpingsfamilie Neviges feiert ihr 150-jähriges Bestehen mit Messe und Festakt.

Velbert-Neviges. Als vor 150 Jahren der Gesellenverein in der Pfarrgemeinde Hardenberg-Neviges ins Leben gerufen wurde, hatte die industrielle Revolution gerade begonnen, Fahrt aufzunehmen. Alte Bindungen, Fesseln wie Wurzeln brachen weg, dem Zugewinn persönlicher Freiheiten stand der Verlust gewachsener Werte gegenüber. Religiosität und Sittlichkeit wie auch die Fortbildung der Jugend zu fördern zum Wohle der Familien und Gemeinden war daher der Zweck des im Geiste Adolph Kolpings 1859 gegründeten Gesellenvereins, der heutigen Nevigeser Kolpingsfamilie. Die feierte am Sonntag das runde Jubiläum mit einer Messe in der Pfarrkirche und anschließendem Festakt in der Glocke.

Die Vielzahl der Fahnen und Banner der umliegenden Kolpingsfamilien sowie der katholischen Vereine bot eine beeindruckende Kulisse. Dass Kolpings Ideen heute aktueller denn je sind, war der Tenor der zahlreichen Grußworte und Ansprachen: Bildung und Qualifikation, aber auch gemeinsam im Glauben unterwegs zu sein, um den Herausforderungen zu begegnen. Und bekanntermaßen kam schon zu Kolpings Zeiten die Geselligkeit nicht zu kurz.

Blickt man in die Geschichte der Nevigeser Kolpingsfamilie , findet sich vieles, was Gemeinde bis heute prägt: Aus der Gesangsgruppe ging 1880 der Pfarrcäcilienchor hervor. Sportliche Aktivitäten wie Turnen, Kegeln und Billard oder gute Lektüre der Vereinsbibliothek sorgten für sinnvolle Freizeitgestaltung der vorwiegend jungen Leute, damals wie heute ein aktuelles Thema.

Auch dass das Fanfarencorps Neviges einmal Bestandteil von Kolping war, ist eher weniger bekannt. Ihren Beitrag zur kulturellen Szene in Neviges liefert seit Jahren die Laienspielgruppe, und nicht zuletzt die Karnevalssitzungen der Kolpingsfamilie finden seit Jahren Freunde weit über die eigenen Reihen hinaus.

Zappelmännchen, die Betreuung für Kleinkinder, die den Muttis zwei Mal pro Woche ein wenig Freiraum ermöglichst, war schon aus der Taufe gehoben, als das Thema U3-Betreuung erst ins Bewusstsein kam: Vieles von dem, was heute das Gemeindeleben in Neviges ausmacht, geht auf den Gesellenverein und später die Kolpingsfamilie zurück.

Eine Geburtstagsüberraschung gab es erst vor wenigen Tagen mit dem Fund einer alten Fahne. Gott schütze das Handwerk und segne den Fleiß hatte der 1887 als Untergruppierung der Nevigeser Kolpingssektion gegründete Hardenberger Meister-, Gesellen- und Gehilfenverein in sein Banner sticken lassen. Zum Jubiläum hing der von der Zeit ein wenig ramponierte Stoff bereits unter Glas im Festsaal ausgestellt.