Händler sind am dritten Advent zufrieden

Händler sind am dritten Advent zufrieden

Der Vorteil sind gute Beratung und kundenfreundliche Öffnungszeiten. „Speisezubereitungsgeräte“ laufen gut.

Ratingen. „Die deutschen Einzelhändler hoffen auf einen Schlussspurt im Weihnachtsgeschäft. Wenn das Wetter mitspielt, wäre das optimal. Dann könnte es in den Geschäften noch einmal richtig brummen“, sagte Präsident des Einzelhandelsverbandes HDE, Josef Sanktjohanser. Eine Umfrage vom vergangenen Einkaufssamstag in Ratingen scheint die Hoffnungen des Einzelhandels-Präsidenten zu erfüllen: Die Händler waren auch hier durch die Bank zufrieden bis sehr zufrieden.

Da gab es zum Beispiel einen Artikel, der trotz mehrfacher Nachlieferung ausverkauft war: Eine Kugelbahn mit Handy-Unterstützung, die sich im Spielwarengeschäft von Sven Bartz überraschenderweise zum Verkaufsknüller entwickelt hatte. Dennoch ist der Trend zum eher batteriebetriebenen Spielzeug nicht festzustellen.

Puppen, Bauspielzeug und Spiele — auch Brettspiele — sind immer noch im Rennen. Und Eltern wie Großeltern kaufen gezielt ein — schätzen aber auch Beratung.

Werner Sasse von Foto Porst, der auch für den City-Kauf stets ein Auge aufs Kaufverhalten richtet, stellt im Weihnachtsgeschäft eine Rückkehr zur Sofortbildkamera und zum analogen Fotografieren fest. Ob nun neue oder gebrauchte Apparate angefragt werden, ist dabei gleich. Er fürchtet sich nicht davor, dass er zwar berät, der Kunde dann aber online kauft — seine Kunden nutzen den Service eines Geschäftes, das man auch nach dem Kauf zur Beratung aufsuchen kann. Bei ihm hatten alle acht Mitarbeiter den ganzen Samstag durchgehend gut zu tun.

Gerhard Pfankuchen vom gleichnamigen Haushaltwaren-Geschäft hat, wie etliche andere Geschäftsleute, die Öffnungszeiten verlängert. Dirk Wittmer von Johann und Wittmer hält in der Vorweihnachtszeit auch samstags das Geschäft bis 20 Uhr offen. „Es zeigt sich, dass hochpreisige Geräte wie ein 214 Zentimeter (in der Diagonale) großes TV-Gerät weder in jeden Personenwagen passen, noch im Vorübergehen erworben wird. Das sind dann ausführliche Beratung und weiterer Service erforderlich, auch in den Abendstunden.“

Manuela Kessler, Citykauf-Vorsitzende

Im Weihnachts-Rennen sind in seinem Geschäft auch schnurlose Kopfhörer und Staubsauger-Roboter, Smartwatches, Smoothie-Maker und Heißwasserbereiter, die unterschiedliche Hitzegrade produzieren und halten. Und dann noch, gern auch schick designt, „Speisezubereitungsgeräte“. Die hacken, rühren, schnitzeln, vermischen und schaffen elektrisch eine Menge, für die keine Manneskraft mehr gebraucht wird. Zum Samstagsgeschäft sagte Citykauf-Vorsitzende Manuela Kessler: „Aus eigenen Beobachtungen kann ich berichten, dass die Stadt sehr gut besucht und viele Kunden in den Geschäften unterwegs waren. Ein Gespräch mit den Rikschafahrern bestätigte, dass ihr Service sehr gut angenommen wird.“ Parkplatznot zeigte sich auch - insbesondere gegen 11 Uhr, als im Ring kein Platz mehr war.

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