Digitale Tafel statt Atlas und Kreide

Digitale Tafel statt Atlas und Kreide

Der Schulausschuss entscheidet morgen, wie die im Haushalt eingeplanten 180 000 Euro verwendet werden.

Landkarten und Stadtpläne bilden die Wirklichkeit in einem viel kleineren Maßstab ab, als sie es tatsächlich ist — so lässt sie sich in einem übersichtlichen Format betrachten. Wie man vergrößert oder verkleinert, lernt die Klasse 4 b von Karen Richter (Winrich-von-Kniprode-Schule) an der interaktiven Tafel. Mit diesem Medium sind inzwischen viele Grund- und weiterführende Schulen in Monheim ausgestattet. Und es werden dank des Medienkonzeptes seit 2011 immer mehr.

Die Politiker im Schulausschuss entscheiden morgen über die Verwendung der Gelder für das laufende Jahr. 180 000 Euro sind dafür im Haushalt berücksichtigt. „Die Schwerpunkte liegen 2015 beim Austausch veralteter Geräte und dem weiteren Ausbau von Präsentationsmöglichkeiten wie Beamern und digitalen Tafelsystemen“, sagt Peter Heimann, in der Verwaltung zuständig für den Fachbereich Schulen. „Die Kreidezeit ist endgültig vorbei“, bringt es Christoph Schröder, Leiter der Winrich-von-Kniprode-Schule, auf den Punkt.

Als der Stadtrat 2011 die Weichen für das Medienkonzept stellte, war der Pädagoge zunächst skeptisch. „Die Stadt hatte damals eigentlich kein Geld für ein solches Projekt.“ Doch inzwischen stehen in allen Klassen der Baumberger Grundschule internetfähige Computer. Es gibt einen separaten PC-Raum mit 15 Arbeitsplätzen. Sechs von acht Klassen haben eine interaktive Tafel. Die fehlenden beiden Tafeln werden voraussichtlich 2016 kommen, so Schröder.

Achim Nöhles, Leiter der städtischen Grundschule am Lerchenweg, kann sich noch gut an die Zeit vor 2011 erinnern. „Damals bekamen wir alte Rechner von Firmen und hatten zehn verschiedene Systeme.“

Christoph Schröder, Leiter der Winrich-von-Kniprode-Schule

Nicht selten seien die Tastaturen mit Cola und Dreck verklebt gewesen. Jetzt besäßen alle Rechner einen identischen Standard und die Kinder könnten mit der gleichen Lernsoftware arbeiten. Mitte 2015 gibt es am Lerchenweg nur noch eine Klasse ohne interaktives Board. „2016 sind wir voll ausgestattet“, ist auch er optimistisch.

Peter Heimann betont die Verlässlichkeit des langfristig angelegten Konzeptes, das für 2011 bis 2016 erstellt worden sei. „Die Schulen sind sehr zufrieden damit, dass wir jährlich neu überlegen, wo noch Bedarf ist.“ So sei es in den letzten fünf Jahren gelungen, sämtliche veralteten Systeme durch moderne Computer zu ersetzten. 645 seien seitdem ausgetauscht und erneuert worden. Mobile Geräte wie Laptops sind bei dieser Zahl nicht berücksichtigt.

Außerdem, so Heimann, habe der Medienpass NRW inzwischen an allen Grundschulen Einzug gehalten. Die Kniprode-Schule war 2012 eine von 62 Pilotschulen im Land, die gemeinsam mit den anderen Zielen für den Umgang mit den neuen Medien formulierte. Themen sind neben der Kommunikation im Netz (E-Mail und Chat) auch die Sensibilisierung der Kinder und die Wissensermittlung. „Ein Ziel ist es, Referate per Powerpoint digital zu präsentieren“, erklärt Christoph Schröder.

Eine Fortschreibung ab 2016/17 werde bereits vorbereitet. So sei ein Ausbau von WLAN an den weiterführenden Schulen unbedingt notwendig, sagt Heimann. Geplant ist auch die Einführung von Tablet-Klassen am Otto-Hahn-Gymnasium. Die Verwaltung kann sich vorstellen, an dem Gymnasium in einer Pilotphase ab dem Schuljahr 2015/2016 zwei Schulklassen des fünften Jahrgangs für den Unterricht mit iPads auszustatten.