Der ganze Dreck kommt weg

Der ganze Dreck kommt weg

Die Gruppe „Unterfeldhaus aktiv“ hatte zum Müllsammeln aufgerufen und viele Helfer waren gekommen.

Seit ihrer Vereinsgründung vor sechs Jahren erteilen Heide Horn und ihre wackeren Mitstreiter der Gruppe „Unterfeldhaus aktiv“ ein Mal jährlich dem Müll eine Abfuhr. Zum besonderen Rendezvous mit der Realität waren sie wieder am Wochenende unterwegs. „Was die Leute so alles wegwerfen, ist echt unglaublich“, sagt eine Mitstreiterin verwundert.

„Wir können fast eine Wohnung einrichten“, bilanzierte Wolfgang Haase. Rund um den Neuenhausplatz hatten er, Magdalena Hufnagel, Uwe Müller, Horst Feldmann und andere Heinzelmännchen Schippe, Picker und ihre behandschuhten Hände eingesetzt und als „dickstes Fundstück“, wie Wolfgang Haase sagte, einen Flachbildschirm aus dem Gestrüpp gezogen. Außerdem wanderten bergeweise Glas, Kronkorken ohne Ende und „unfassbar viele Zigarettenstummel, das sind wirklich Unmengen“ in die von der Stadt bereitgestellten grauen Müllsäcke.

Erik (8) entdeckte eine „ganze halbe Festplatte“, seine Schwester Alexa (10) nahm in der vom Vater geschobenen Schubkarre „mit, was hineinpasste“. Einen Tannenbaum beispielsweise, vier ziemlich verschossene BH außerdem. „Und mit diesem Stück gehen wir zur Polizei“, deutete Heide Horn auf ein lädiert ausschauendes Portemonnaie. Kreditkarten, Ausweise und persönliche Gegenstände ließen auf seinen Besitzer schließen. „Aber wir erreichen telefonisch niemanden.“

Überall in der Stadt waren mit Warnwesten bekleidete Menschen in Büschen, auf Brachen und rund um offiziell platzierte Papierkörbe unterwegs. „Unheimlich viel liegt immer direkt neben den Körben. Als wenn die Leute unfähig wären, ihren Müll mitten hineinzuschmeißen“, sagte Kim Keller.

Und im Bavier-Park ging es oft um die unliebsamen Hinterlassenschaften der Hunde, die deren „Besitzer offensichtlich nicht im Stande sind, wegzuräumen. Da bin ich vollkommen desillusioniert, dass sich so etwas jemals ändern wird“, empörte sich eine Frau. Bernd Hermann und Udo Kampschulte hatten für dieses Areal im Vorfeld Schippen, Schaufeln und Bollerwagen organisiert, damit auch in diesem Bereich „klar Schiff“ gemacht werden konnte.

„Als Vorsitzender der Aktion sehe ich den Park nicht nur zur Erholung der Erkrather, sondern als Zwischenstation auf der Achse Düsseldorf — Erkrath — Neanderthal“, lautete eines der Argumente. Der Dreck-weg-Tag wurde auch diesmal von verschiedenen Privatiers, Gruppen und Organisatoren unterstützt.

Weil die Pfadfinder der Royal Rangers Samstag nicht die rechte Muße hatten, waren sie bereits freitags im Einsatz gewesen. Der Haltepunkt Millrath wird am kommenden Samstag vom CDU-Ortsverband aufgehübscht.