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Ein neuer Blick ins Gesteins

Ein neuer Blick ins Gesteins

Nach 16 Jahren ist der Klassiker von Hanna Eggerath neu aufgelegt worden. Das Buch zeigt in 100 Abbildungen, wie das Neandertal früher aussah.

Kreis Mettmann. „Da es mein Buch ist, habe ich einfach das geändert, was mir nicht mehr gefallen hat. Ich bin der Meinung, es ist besser geworden“, sagt Hanna Eggerath. Am Donnerstag hat sie ihr neues, altes Buch „Im Gesteins“ im Neanderthal—Museum präsentiert. Die 77-jährige Heimatforscherin ist stolz, dass sie nach 16 langen Jahren eine neue Ausgabe in ihren Händen halten kann. „Ich bin im Laufe der Jahre unzählige Male gefragt worden, ob mein Buch wieder aufgelegt wird. Als die Anfrage des Bergischen Geschichtsvereins kam, war ich überglücklich.“

Die erste Version war 1996 nur in geringer Stückzahl gedruckt worden und bereits nach kurzer Zeit vergriffen: „Das Neanderthal Museum eröffnete im gleichen Jahr. Das passte sehr gut“, sagt Eggerath. Nachschub gab es jedoch trotz großer Nachfrage damals nicht, da die Druckerei insolvent ging und die Druckfahnen unauffindbar blieben. Nach 16 Jahren gibt es nun die zweite Auflage. „Da es keine Text-Datei gab, musste ich den unveränderten Teil aus der alten Ausgabe abtippen.“

Unverändert geblieben ist nicht nur der Buchtitel. Auch inhaltlich bleibt es ein Sachbuch, das sich mit dem Neandertal vor dem Abbau des Kalksteins befasst und sich auf Bilder und Zeichnungen der damaligen Landschaft von Künstlern der Düsseldorfer Kunstakademie stützt. „Es beschreibt eine Landschaft, die es heute nicht mehr gibt. Die Neuauflage enthält 25 zusätzliche Bilder und Zeichnungen und kommt nun insgesamt auf 100 Abbildungen“, sagt die Autorin.

Auch wurden einige Fehler der Erstausgabe korrigiert. „Eine Zeichnung von Balduin Wolf hatten wir beispielsweise damals einem falschen Ort, nämlich der Hundsklipper Mühle, zugeordnet“, sagt Eggerath. Das konnte nachträglich mit Hilfe von Experten ausgeschlossen werden. Zudem gibt es auch komplett neue Kapitel: „Eines befasst sich ausschließlich mit den Arbeitern, die 1850 mit dem Kalkabbau begonnen haben. Sie sind für das heutige Bild des Neandertals zum großen Teil verantwortlich.“

Dass es nun überhaupt eine neue Auflage gibt, liegt jedoch nicht nur an der konstant hohen Nachfrage. Auch gab es viele Ereignisse, wie zwei wichtige Grabungen in den Jahren 1997 und 2000, bei denen das Jochbein des Neandertalers gefunden wurde, die viel verändert haben: „Es gab immer wieder neue Erkenntnisse, und auch für die Zukunft wird es das mit diesem Buch nicht gewesen sein. Das Thema gibt noch so viel her“, sagt Hanna Eggerath. Ob es weitere 16 Jahre dauern wird, bis es die dritte Ausgabe geben wird, vermag sie nicht zu sagen. Viel wichtiger ist für die 77-Jährige, dass es ihr Buch nun wieder gibt. „Auch wenn alle Bücher verkauft sein sollten, können wir heute, Gott sei dank, ohne Probleme nachdrucken.“