St. Cyriakus: Taubenkot verdeckte Schäden

St. Cyriakus: Taubenkot verdeckte Schäden

Ein schwerer Stein ist aus dem Portal von St. Cyriakus gebrochen. Nur durch Glück wurde niemand verletzt.

Krefeld. Das hätte böse ausgehen können: Anfang November brach ein Fialstein über dem Turmportal von St. Cyriakus in Hüls ab und fiel aus über zwölf Metern Höhe auf das Pflaster. „Es war morgens, 7.30 Uhr. Was alles hätte passieren können, wenn dort unter dem Portal vielleicht Schulkinder oder andere Kirchgänger gewesen wären“, denkt Pfarrer Paul Jansen noch heute mit Schrecken an diesen Morgen. Doch glücklicherweise ist nichts Dramatisches geschehen und zur Weihnachtsmette wird das Portal wieder passierbar sein.

Der rund sechs Kilo schwere Stein in Form einer Krone befand sich über dem großen Portal, inmitten des Engelkonzerts. Kirchenvorstandsmitglied Alfred van Munster hatte ihn morgens auf dem Boden entdeckt und sofort den Pfarrer angerufen. „Kaplan David Gründjens hat dann dort Wache geschoben.“ Schnell wurden die Gerüste von St. Dionysius herbeigeholt, so dass die Baustelle am nächsten Tag eingerichtet war.

„Durch den Taubenkot waren die Schäden nicht sichtbar“, berichtet Jansen. „Im vergangenen Jahr haben wir die Kirche per Hubwagen noch komplett untersucht. Nachdem jetzt rund 35 Kilo der Hinterlassenschaften der Vögel per Hand und mit viel Wasser abgetragen waren, traten weitere Schäden wie Risse und Abwitterungen an Fenstergewänden, Sohlbänken, Bekrönungen der Skulpturen und an der oberen Portaleinfassung hervor.“

Das Architektenteam Johanning und Petermann erkannte die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen. Jansen: „Behutsam wurde die vorhandene Substanz gesichert, überarbeitet und falls erforderlich mit kleinen Arbeiten ergänzt. Alle vorhandenen Natursteinelemente sind aus Sandstein.“

Ersetzt wurde ebenfalls die etwa 35 Zentimeter hohe Fialspitze. Sie trägt nun wieder schöne Steinmetzarbeiten mit bildhauerischen Elementen. Auf ihr befindet sich der neu geschaffene Ersatz für die herabgefallene achteckige Bekrönung. „Bei dieser Gelegenheit hat Steinmetz Benedikt Lindholm aus Erkelenz festgestellt, dass das Engelkonzert über dem Portal nahezu einmalig ist“, freut sich Jansen über das in Stein gemeißelte Schmuckstück.

Damit in Zukunft nicht doch noch ein Unglück mit dem altehrwürdigen Gemäuer passiert, wurden die Figuren Maria, St. Cyriakus und St. Antonius über dem Portal mit einem metallischen Netz versehen, das kaum sichtbar ist. „Es hat zwei Vorteile“, erklärt der Pfarrer. „Es können keine Mauerteile mehr herabfallen und die Tauben werden abgehalten.“ chm

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