Ostwall-Glasdach: „Ein Kosten-Fass ohne Boden“

Ostwall-Glasdach: „Ein Kosten-Fass ohne Boden“

Zu „Haltestellendach: Zwei Scheiben beschädigt“

Spätestens jetzt, viereinhalb Jahre nach Beginn der Bauphase im Mai 2014, muss der Erfinder dieses so teuren Werkstückes in seiner Form und Ausführung und ohne Regress für seine Person doch bekennen, welches Riesen-Kosten-Fass ohne Boden er doch den Krefelder Bürgern noch möglicherweise für Jahre im Nachhinein an Kosten und Folgekosten auf deren, bildlich bemerkt, Rücken gepackt hat.

In der WZ lese ich: „Allerdings wurden laut Stadt bei Arbeiten am südlichen Ende des Daches zwei andere Scheiben beschädigt. Da es sich hierbei um maßspezifische Einzelanfertigungen handele, sei es nicht möglich, dort sofort Ersatzscheiben einzubauen. Die Produktion der Scheiben werde voraussichtlich rund fünf Monate in Anspruch nehmen.“ Das heißt dann doch: Erneut Sperrung des Ostwall-Stückes, wieder Umleitungen von Straßenbahnen und Gesamtverkehr mit enormen Kosten für die Umwelt.

Ich habe meinem gerade geborenen Urenkel aufgetragen, diese Angelegenheit zu meiner Beruhigung im Auge zu behalten, um mir dann irgendwie nach eventuell weiteren 90 Jahren im Nirwana zu berichten, wie die Angelegenheit Rheinstraßen-Dach auf dem Ostwall endlich gütlich für alle beendet wurde.

Hans Steinstrasser

Mehr von Westdeutsche Zeitung