Babysitter: Für schlafende Kinder gibt’s weniger Geld

Babysitter: Für schlafende Kinder gibt’s weniger Geld

Die Bürgerinitiative Rund um St.Josef vermittelt Jugendliche. Die müssen vorweg aber einige Kurse absolviert haben.

Krefeld. Einen verlässlichen Babysitter zu finden ist nicht ganz einfach, aber eine professionelle Kinderbetreuung kann schnell teuer werden. Die Lösung des Problems ist oft das schon jugendliche Kind der Nachbarn, dem die kleine Finanzspritze recht gelegen kommt.

Eine Alternative ist die Babysitter-Vermittlungskartei der Bürgerinitiative Rund um St.Josef. Nur Jugendliche, die einen Babysitterkurs und einen Erste-Hilfe-Kurs für Babysitter absolviert haben, werden in die Kartei aufgenommen. Mittlerweile können für ganz Krefeld verlässliche Babysitter vermittelt werden.

Vera Kaldewey verwaltet die Kartei, vermittelt zwischen Eltern und Babysittern und ist Ansprechpartnerin bei Problemen. Sie ist selber Mutter und kennt die Vorteile eines guten Babysitters: "Der Kurs bietet den Eltern die Sicherheit, zu wissen, dass ihre Kinder in guten Händen sind. Und die Jugendlichen fühlen sich besser, weil sie gut für ihre Aufgabe gerüstet sind." Im Kurs lernen sie, wie sie sich sinnvoll mit den Kindern beschäftigen, bekommen Tipps zur Unfallverhütung und Ernährung.

Kinderkrankenschwester und Stillberaterin Christiane Baum bildet seit zehn Jahren die Babysitter aus. In neun Stunden bringt sie den meist weiblichen Anwärterinnen das nötige Wissen rund ums Kind bei. "Wir zeigen den Mädchen, wie sie den Kopf eines Kleinkindes richtig stützen, besprechen die Meilensteine der Entwicklung und zeigen, wie sie Fieber messen", sagt Baum.

Nicht alle Jugendlichen nutzen die Gelegenheit, um ihr Taschengeld aufzubessern. Viele wollen sich so auf ein Auslandsjahr als Au-Pair-Mädchen vorbereiten. Jacqueline Puppe hat mehrere Jobs und wartet auf einen Studienplatz. Grundschullehrerin möchte die 20-Jährige werden. "Da ist es ganz gut, Erfahrungen mit Kindern zu sammeln. Außerdem bekommt meine Cousine bald ein Baby."

In der Kartei war sie aufgrund ihres Alters gleich gefragt, hat direkt zwei feste Familien. "Die älteren Babysitter können gut auch einmal abends aufpassen. Das Mindestalter für unseren Kurs liegt bei 14 Jahren", erklärt Vera Kaldewey.

Nach bestandener Prüfung müssen die Babysitter noch durch den Erste-Hilfe-Kurs, dann werden sie in die Kartei aufgenommen. Kaldewey bearbeitet die Anfragen von Eltern und sucht den passenden Babysitter. "Es gibt viel zu beachten, zum Beispiel das Alter des Kindes, ob es eine Behinderung hat, ob es Tiere in der Familie gibt oder ob die Babysitter Allergien haben."

Sie unterstützt auch beim Handeln um den Stundenlohn. "Wir empfehlen bei schlafenden Kindern vier Euro, bei wachen mindestens fünf Euro pro Stunde", sagt Kaldewey. Und dann steht dem ersten Einsatz nichts mehr im Wege.

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