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Düsseldorf: Karneval: Recycling-Kostüme aus bunten Tüten

Düsseldorf : Karneval: Recycling-Kostüme aus bunten Tüten

Die Spieloase an der Brunnenstraße verwandelt sich nicht nur zu Karneval in eine Kreativwerkstatt für Kinder.

Düsseldorf. Ilias gibt sich besonders viel Mühe. Ganz penibel wird das blaue Klebeband um die Pappe gewickelt, die sein Lichtschwert werden soll. Zusammen mit anderen Kindern, die regelmäßig in die Spieloase in Bilk kommen, bastelt er schon seit Freitag an seinem Kostüm. Jetzt soll sein Star-Wars-Outfit den letzten Feinschliff bekommen.

Sein Umhang ist eigentlich eine Mülltüte, aber der Zehnjährige trägt ihn so stolz als wäre es ein edler Stoff. Seinen großen Auftritt hat Ilias dann am Donnerstag auf der Karnevalsparty in der Spieloase an der Brunnenstraße.

Maria Gilges ist Künstlerin und beschäftigt sich seit drei Jahren mit der Weiterverarbeitung von gebrauchten Plastiktüten. In dieser Woche arbeitet sie mit den Kindern an ihren Wunschkostümen. „Dass die Kleinen sich so begeistert zeigen, beweist auch viel Mut. Denn nicht jedes Kind würde sich ein Kostüm aus Sachen basteln, die eigentlich auf den Müll kommen“, sagt die 57-Jährige.

Damit es auch nicht mehr nach Müll aussieht, wird Maria Gilges kreativ. So wird aus den ganz besonders farbenfrohen Tüten dann schon mal ein Cheerleader-Pompon. „Die Ideen kommen sehr viel von den Kindern, denn die wussten oft schon vorher, was sie werden wollten.“ Maria Gilges kümmert sich dann um die Umsetzung und auch darum, dass alles gut hält. Aber nicht ausschließlich Plastiktüten, sondern auch Verpackungen oder Pappteller werden verarbeitet - zum Beispiel für bunte Masken.

Doch die Spieloase ist nicht nur ein Schulkindertreff. Sie hat Angebote für alle Generationen. Darum platzt der Stadtteiltreff inzwischen aus allen Nähten. Gerti Kobarg ist Vorsitzende des Vereins „Spielen und Leben in Bilk“ und weiß, wie dringend der Platz benötigt wird: „In den Ferien betreuen wir fast immer rund 50 Kinder.“

Seitdem das benachbarte alte Auto-Becker-Gelände bebaut werden soll, ist die angrenzende Halle zur Vergrößerung der Spieloase im Gespräch. Zumindest die erste Etage könnte vorerst angemietet werden. Es fehlt nur noch das endgültige grüne Licht vom Investor und von der Stadt.

Kostenschätzung und Planung sind da, der Mietvertrag steht jedoch noch aus. „Bis dahin muss aber noch einiges Baurechtliches geregelt werden“, sagt Gerti Kobarg.

Jetzt gab es erneut ein Gespräch, um zu klären, wie es weitergeht. „Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, dann könnte ein Baubeginn schon im Spätherbst sein. Sonst erst im nächsten Jahr.“ Im Grundsatz stehe der Erweiterung nichts im Weg. Sie würde zusätzlich 170 Quadratmeter Fläche bedeuten. „Ich bin positiv gestimmt, dass es klappen wird.“, so Gerti Kobarg.