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Kanalarbeiten: Ehepaar will 246 000 Euro von der Stadt

Kanalarbeiten: Ehepaar will 246 000 Euro von der Stadt

Schwere Schäden an einem Einfamilienhaus in Angermund. Gutachter uneins.

Düsseldorf. Zuerst tauchten Risse in der Marmor-Treppe auf, dann kippte die Gartenmauer um. Inzwischen hat ein Gutachter festgestellt, dass die Bodenplatte des Einfamilienhauses gebrochen sein soll. Verantwortlich dafür sind möglicherweise die Kanalarbeiten, die seit mehr als drei Jahren in Angermund durchgeführt werden. Aus diesem Grund wollen Dieter und Iris D. 246 000 Euro von der Stadt vor dem Zivilgericht einklagen. Am Mittwoch wurde vor dem Landgericht verhandelt.

Besonders kompliziert sind die Kanalarbeiten An den Linden gewesen. Denn hier wurden die Kanalrohre etwa 1,20 Meter unter dem Grundwasserspiegel verlegt. Dafür musste die Baustelle vor dem Haus des Ehepaares durch eine Spundwand so abgesichert sein, dass kein Grundwasser austreten konnte. Die Kläger legten am Mittwoch Fotos vor, auf denen man sehen kann, dass eine solche Wand nicht errichtet wurde. Das von der Stadt vorgelegte Baustellen-Protokoll ist offenbar nicht regelmäßig geführt worden. Folge sei gewesen, dass Grundwasser austrat und den Boden unterspülte.

Dadurch sollen die erheblichen Schäden entstanden sein. Obwohl das im Jahr 1990 errichtete Fertighaus noch bewohnbar ist, fühlen sich Dieter und Iris D. darin nicht mehr sicher: „Wir sind mit den Nerven am Ende. Außerdem verschleppt die Stadt das Verfahren seit drei Jahren.“ Auch Mittwoch gab es keine Entscheidung. Denn ein vom Gericht bestellter Gutachter hatte den Termin vergessen. Er hatte allerdings bereits schriftlich mitgeteilt, dass es zwar Schäden gebe, die aber nicht so gravierend seien wie von den Klägern angegeben.

Dem widerspricht ein Sachverständiger, der von dem Ehepaar eingeschaltet wurde. Nach seiner Untersuchung ist der Bruch der Bodenplatte eindeutig auf die Kanalarbeiten zurückzuführen. Solche Zwischenfälle sind aber offenbar die Ausnahme. „Mir ist nur ein weiterer Fall bekannt, in dem ein Hausbesitzer sich ebenfalls mit der Stadt auseinandersetzt, weil Schäden aufgetreten sind“, erklärt Bezirksvorsteher Ulrich Decker.