Leverkusens neues Traumduo

Leverkusens neues Traumduo

Beim 2:0 gegen Schalke spielen Stefan Kießling und André Schürrle ihre Fähigkeiten aus.

Leverkusen. Es war schon spät geworden, als Stefan Kießling die Leverkusener Arena verlassen konnte. Der Stürmer von Bayer Leverkusen war ein gefragter Mann. Ein Interview hier, ein Foto mit Fans dort. Der 28-Jährige hatte es auch gar nicht eilig, nach Hause zu kommen. Schließlich konnte er den Abend genießen. Das hochverdiente 2:0 (1:0) der Leverkusener, das er und sein kongenialer Partner André Schürrle mit ihren Treffern erzielt hatten, war das Ergebnis intensiver Laufarbeit und der nahezu perfekten Umsetzung einer vorgegebenen Kontertaktik.

Kießling war mit seinem unermüdlichen Einsatz ein spielentscheidender Mann. Kein Wunder, dass die Rede wieder auch auf die Nationalmannschaft kam. Im Jahr 2012 hat Kießling 21 Mal getroffen, mehr als jeder andere deutsche Stürmer. Eine Chance, von Bundestrainer Joachim Löw berücksichtigt zu werden, hat er trotzdem nicht. Offenbar genügen seine Fähigkeiten den Ansprüchen Löws nicht. „Das Thema nervt mich tierisch. Was soll ich dazu noch sagen, Ich kann es nicht beeinflussen“, sagte der Angreifer.

Seine Kollegen hingegen konnten völlig unbeschwert feiern. „Wir haben es sehr gut verstanden, die Schalker kommen zu lassen, dann eiskalt zuzupacken und zu kontern“, sagte der überragende Leverkusener André Schürrle, dessen Führungstreffer (45.) aus 30 Metern Entfernung bei der Wahl zum Tor des Monats nicht chancenlos sein dürfte.

Die Werkself, die sich mit diesem Sieg klammheimlich in die Spitzengruppe der Liga geschoben hat, war den Schalkern geradezu gespenstisch überlegen. Kießling vergab sogar noch einen Elfmeter. Die Leverkusener hatten den größeren Willen und zeigten eine lange nicht mehr gesehene Spielfreude.

Es war aber auch ein Sieg der Taktik, die defensive Ausrichtung der Gastgeber behagte den Schalkern überhaupt nicht. „Wir haben nicht gedacht, dass die Leverkusener zuhause so defensiv spielen würden“, sagte Schalkes Verteidiger Christian Fuchs. „Wir wollten eigentlich auf Konter spielen.“ Doch die Leverkusener ließen das schlicht nicht zu. Bayer 04-Sportdirektor Rudi Völler lobte nach Spielschluss dann auch sein Trainerteam um Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä. „Man merkt immer mehr die Handschrift der Trainer“, sagte Völler.

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