Bayern veredeln Luxuskader mit Lewandowski

Bayern veredeln Luxuskader mit Lewandowski

München (dpa) - Der FC Bayern hat seinem nationalen Rivalen Borussia Dortmund zum Start ins neue Jahr gleich den nächsten Schlag versetzt. Der Bundesliga-Primus wird seinen schon jetzt übermächtigen Luxuskader im Sommer erwartungsgemäß auch noch mit Weltklassestürmer Robert Lewandowski bestücken.

Nur zwei Wochen nach dem Gewinn der Club-Weltmeisterschaft sorgte der Rekordmeister noch vor der Abreise ins Wintertrainingslager nach Katar mit der Verpflichtung des ablösefreien BVB-Torjägers auch prompt für die erste Fußball-Erfolgsmeldung im WM-Jahr 2014.

Nach einem monatelangen Eiertanz um den Wechsel des polnischen Nationalspielers, der wegen der FIFA-Regularien erst im neuen Jahr einen Vertrag bei seinem künftigen Club unterschreiben durfte, konnten die Bayern endlich den allseits erwarteten Vollzug melden - und dieser erfüllt sie mit Stolz. „Robert Lewandowski ist einer der weltweit besten Stürmer“, schwärmte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Er soll den Champions-League-Sieger nicht nur weiter verstärken, sondern „nochmals einen Schub geben“. Lewandowski unterzeichnete nach der sportärztlichen Untersuchung einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2019. Wenn dieser ausläuft, wird der Pole 30 Jahre alt sein und finanziell ausgesorgt haben.

Zu seinen Zielen und Plänen in München äußerte sich der Pole am Wochenende nicht. Via BVB-Homepage wandte er sich aber an die Anhänger der Schwarz-Gelben und versprach, bis zu seinem Abschied „alles für den BVB zu geben“. Trainer Jürgen Klopp bezeichnete die Personalie als „völlig unproblematisch“. Der Verein habe schon lange gewusst, dass sich Lewandowski verändern wolle. „Dadurch verändert sich für uns nichts. Er hat bislang nicht eine Sekunde den Eindruck gemacht, dass er mit seinen Gedanken woanders ist“, sagte Klopp.

Nach Nationalspieler Mario Götze (21), für den die Bayern eine festgeschriebene Ablöse von 37 Millionen Euro auf den Tisch blättern mussten, ist Lewandowski schon der zweite Offensiv-Kracher, den der BVB widerwillig zum Rivalen ziehen lassen muss. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke reagierte - wie Klopp - öffentlich gelassen. „Das kommt nicht überraschend, es ist ein ganz normaler Vorgang“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Lewandowski wäre am liebsten schon vor dieser Saison nach München umgezogen. Doch dagegen hatte der BVB sein Veto eingelegt und sogar eine Ablöse von über 20 Millionen Euro ausgeschlagen. Die Suche nach einem Nachfolger für den Weltklassemann, der in bislang 115 Bundesligaspielen 65 Tore erzielt hat, ist in Dortmund aber längst angelaufen. „Unser Sportdirektor Michael Zorc arbeitet mit Hochdruck daran, eine Alternative zu finden“, sagte Watzke. Die Neubesetzung der wichtigen Planstelle dürfte schwierig und teuer werden.

Während sich beim BVB vorne eine Riesenlücke auftut, wird sich Bayern-Trainer Pep Guardiola künftig gerade in der Offensive nach Herzenslust aus einem exklusiven Baukasten bedienen können: Zu Ribéry, Robben, Götze, Müller, Mandzukic und Co. gesellt sich im Sommer auch noch der spielstarke Lewandowski, den BVB-Coach Jürgen Klopp als „Torjäger durch und durch“ titulierte.

Lewandowskis Kommen müsse in München nicht den Abschied von Mittelstürmer-Konkurrent Mario Mandzukic (Vertrag bis 2016) bedeuten, wie Rummenigge hervorhob. Er habe Mandzukic' Berater vielmehr sogar eine vorzeitige Vertragsverlängerung in Aussicht gestellt. „Es ist auf keinen Fall irgendein Thema bei uns, Mario abzugeben“, sagte Rummenigge. Der Kroate Mandzukic rangiert in der Bundesliga-Torschützenliste mit zehn Toren direkt hinter Lewandowski und Adrián Ramos (Hertha BSC), die jeweils elfmal getroffen haben.

Den lange verabredeten Deal zwischen Lewandowski und den Bayern versuchte zum Jahresende noch Real Madrid mit großen finanziellen Verlockungen zu torpedieren. Lewandowskis Agent Maik Barthel sprach im „Spiegel“ von einem „unmoralischen Angebot“ der Spanier. „Aber es stand nie zur Debatte, dass wir unser Wort brechen“, so Barthel.

Lewandowski war 2010 für 4,5 Millionen Euro von Lech Posen nach Dortmund gewechselt. Er wurde zweimal deutscher Meister mit dem BVB. Auch die Bayern ärgerte er mit seinen Toren, allein drei erzielte der Pole beim 5:2-Triumph der Dortmunder gegen die Bayern im Pokalfinale 2012. Damals schien die Borussia, die zuvor auch den Transferpoker um Marco Reus gewonnen hatte, auf Augenhöhe mit den Münchnern - spätestens nun ist die Hierarchie nach dem Verlust von Götze und Lewandowski wieder klar zugunsten der Bayern zementiert.

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