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Autos: NRW ist bereit für die blaue Umwelt-Plakette

Autos : NRW ist bereit für die blaue Umwelt-Plakette

Die Kommunen können wohl bald Zonen einrichten, in denen nur Autos fahren dürfen, die die Euro-6-Abgasnorm erfüllen.

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Düsseldorf. Fahrer, die eine grüne Schadstoffplakette am Auto besitzen, dürfen sich bisher frei in den 26 Umweltzonen bewegen, die es aktuell in Nordrhein-Westfalen gibt. Nachdem sich die Umweltminister der Länder nun darauf geeinigt haben, zusätzlich eine blaue Schadstoffplakette einzuführen, könnte sich das in absehbarer Zeit ändern. Dann können Zonen für blaue Plaketten eingerichtet werden, um den Ausstoß von Stickoxiden zu verringern.

In die blauen Zonen dürfen Fahrer nur mit einem Fahrzeug, das die Euro-6-Abgasnorm erfüllt. Die wiederum gilt für alle Dieselfahrzeuge, die den Grenzwert von 80 Milligramm ausgestoßener Stickoxide pro gefahrenem Kilometer nicht überschreiten, bei Benzinern sind es 60 Milligramm. Halter älterer Fahrzeuge, vor allem dieselbetriebener Autos, könnten dann Probleme bekommen. Eine Nachrüstung ist nicht immer möglich oder entsprechend teuer.

Umweltverbände haben die blaue Plakette schon lange gefordert

Er gehe davon aus, dass die entsprechende Verordnung noch in diesem Jahr wirksam werden könne, sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im SPD-geführten Umweltministerium, nach einem Treffen mit den Umweltministern der Länder in Berlin. Umweltzonen in unserer Region gibt es in Düsseldorf, Wuppertal, Krefeld, Mönchengladbach, Neuss und Remscheid.

Eine blaue Plakette, die den Ausstoß von Stickoxiden berücksichtigt, hatten Umweltverbände schon lange gefordert. Die neuen Umweltzonen, in denen nur die schadstoffärmsten Autos fahren dürfen, würden wohl kleiner ausfallen als die bisherigen Zonen für grüne Plaketten, sagte Flasbarth. „Das eine ist ein Symptomkurieren, wo es anders nicht geht.“ Die langfristige Strategie sei aber, emissionsarme Autos zu fördern.

Der Gesundheitsschutz der Anwohner ist das Ziel

„Dies dient dem Gesundheitsschutz der Anwohner, damit sollen Autofahrer nicht diskriminiert werden“, sagte eine Sprecherin des NRW-Umweltministeriums im Gespräch mit unserer Zeitung. Zudem sei die blaue Plakette nur ein Punkt von 32 anderen, auf die sich die Umweltminister in Sachen Luftverbesserung geeinigt haben.

Wuppertal und Düsseldorf gehören zu den Städten Nordrhein-Westfalens mit der höchsten Stickstoffdioxid-Belastung. Eine Sprecherin der Stadt Wuppertal begrüßte daher, dass in den blauen Zonen nicht nur die Feinstaubwerte berücksichtigt werden. Allerdings werde es keine unterschiedlichen Zonen — eine grüne für Feinstaub und eine blaue für Stickoxide — geben, sagte die Sprecherin. Das könnte ihrer Meinung nach die Autofahrer womöglich überfordern. Daher werde die blaue Plakette auch für die grünen Zonen gelten.

Bevor die Plaketten tatsächlich in Umlauf kommen, werden laut der Sprecherin des NRW-Umweltministeriums einige Monate vergehen: „Dafür muss die 35. Bundesemissionsgesetzverordnung novelliert werden.“ Dies geschehe auf Bundesebene — und dort würden endgültig die Fahrzeugtypen festgelegt, die für blaue Plaketten geeignet seien.

Das Verfahren wird anschließend auf Landesebene fortgesetzt. Die Bezirksregierungen sind für die Luftreinhaltepläne zuständig. Schließlich können dann die Kommunen entscheiden, wo und ob sie überhaupt blaue Zonen einführen wollen. Die Kommunen sollen nicht dazu verpflichtet werden, die neuen Umweltzonen einzurichten, sie können es aber freiwillig tun. umweltbundesamt.de