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GSG 9 nimmt mutmaßlichen Terrorhelfer in Düsseldorf fest

GSG 9 nimmt mutmaßlichen Terrorhelfer in Düsseldorf fest

Der 31-jährige Carsten S. soll der Zwickauer Zelle des „NSU“ mit einer Waffe und Geld geholfen haben.

Düsseldorf. Die Aufarbeitung der Taten des rechtsradikalen Terrornetzwerkes „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) hat Düsseldorf erreicht. Beamte der Spezialeinheit GSG 9 nahmen am Mittwoch im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk den 31-jährigen Carsten S. fest.

Er ist laut der Bundesanwaltschaft dringend tatverdächtig, der Zwickauer Terrorzelle um das Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bei der Beschaffung einer Waffe behilflich gewesen zu sein.

So soll er 2001 oder 2002 in Jena eine Schusswaffe und Munition gekauft und diese dem ebenfalls als Terrorhelfer verdächtigten und bereits inhaftierten Ralf W. gegeben haben. Dieser wiederum beauftragte, so die Bundesanwaltschaft, einen Kurier, der die Waffe zur Zwickauer Zelle brachte.

„Ob die Waffe bei den Taten des NSU eingesetzt worden ist, ist noch nicht geklärt“, sagte am Mittwoch Marcus Köhler, der Sprecher des Generalbundesanwalts.

Ob die Waffe nun benutzt wurde oder nicht, S. wird vorgeworfen, sechsfache Beihilfe zum Mord und eine Beihilfe zum versuchten Mord geleistet zu haben. Zudem soll S. das 1998 untergetauchte Terror-Trio auch finanziell unterstützt haben und zeitweise sogar dessen einziger Kontakt zur Außenwelt gewesen sein. S. war um die Jahrtausendwende ein Aktivposten der Thüringer Neonazi-Szene und NPD-Funktionsträger.

Nach seinem Umzug nach Düsseldorf, wo er Sozialwissenschaften studierte, stellte er sich als Aussteiger dar, engagierte sich im gemeinsamen Schwulenreferat von Heinrich-Heine-Uni und Fachhochschule. Seit 2005 arbeitete er als Sozialpädagoge für die Aidshilfe Düsseldorf, wo er sich um Projekte für Homosexuelle kümmerte.

Die Kollegen waren nach der Festnahme geschockt. „Er hat von sich aus von seiner rechten Vergangenheit erzählt“, sagte Aids-Hilfe-Geschäftsführer Peter von der Forst. Doch vom Inhalt dieser „ungeheuerlichen Vorwürfe“ habe man nichts gewusst.