Die eingebaute Dauerkrise

Die eingebaute Dauerkrise

Der Rechtsruck nach der Wahl in Israel verhieß schon nichts Gutes. Immerhin aber durfte man auf eine einigermaßen stabile Regierung unter Netanjahu hoffen, nachdem Premierminister Olmert nur noch mit sich selbst beschäftigt war.

Inzwischen wird klar, dass auch daraus nichts wird. Die Arbeitspartei in eine Koalition mit den Anti-Arabern um den Scharfmacher Lieberman einzubinden, gleicht der Quadratur des Kreises.

Ein solches Bündnis, so es überhaupt zustande kommt, wäre in sich äußerst fragil. Hinzu kommt der Druck von außen. Die neue US-Regierung, die den Nahost-Konflikt ganz oben auf ihre Agenda gesetzt hat, kann es sich nicht leisten, dass den friedensbereiten Palästinensern und den Arabern in und außerhalb Israels vor den Kopf gestoßen wird. Und Israel, militärisch und finanziell am Tropf Amerikas, kann es sich nicht leisten, Amerika vor den Kopf zu stoßen. Netanjahus Scheitern ist programmiert.

alexander.marinos@wz-plus.de

Mehr von Westdeutsche Zeitung