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Philipp Butler wirbt für ein positives Israel-Bild

Philipp Butler wirbt für ein positives Israel-Bild

Der Wuppertaler wurde ins Präsidium der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gewählt. Er warnt vor verstecktem Antisemitismus.

Es waren die Demonstration gegen Israel im Jahr 2014 während des 50-tägigen Gaza-Konflikts und die massiven antisemitischen Äußerungen dabei, die Philipp Butler dazu brachten, sich aktiv für Israel zu engagieren. Der junge Wuppertaler, als angehender Jurist damals an der Uni Düsseldorf beschäftigt, wurde Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und hat dort in kurzer Zeit viel bewegt. Jetzt wurde der Jura-Referendar (29) sogar ins Präsidium gewählt.

Antisemitische Parolen, Anspielungen auf uralte Stereotype über Juden als Kindermörder und Brunnenvergifter bei den Demonstrationen 2014 haben ihn erschreckt. „Das wollte ich nicht so stehenlassen.“ Er informierte sich, stieß auf die DIG, war erst nur Zuhörer bei Veranstaltungen, dann trat er in die Düsseldorfer Arbeitsgruppe der DIG ein.

Ihm sei klargeworden, dass oft unfair über Israel berichtet werde, es Skepsis und eine Abwehrhaltung gegenüber Israel gebe. „Diese Berührungsängste wollen wir abbauen.“ Er selbst war schon 2013 in Israel — aus Neugier, betont er. So eine Reise „baut Vorurteile ab“, sagt er. Er hat Israel als ein fröhliches. lebendiges, schönes und sympathisches Land erlebt. Viele hätten nur das Bild einer Besatzungsmacht im Kopf.

Gemeinsam mit Felix Weber-Frerigmann initiierte er 2016 das „Junge Forum Rheinland“ — eine Jugendorganisation in der DIG für Mitglieder bis etwa 35 Jahren. Solche Gruppen gab es schon in anderen Regionen, im Rheinland fehlte sie noch. „Wir haben eigene Themen, sind provokanter“, erklärt Butler. Sie wollen junge Leute ansprechen, ihnen Israel nicht nur in Verbindung mit dem Nahost-Konflikt nahebringen. Vorträge und Diskussionen haben zum Beispiel die Gründerszene Israels oder die aktuelle Pop-Kultur des Landes zum Thema.

Der Erfolg hat ihn ermutigt, sich um einen Platz im Präsidium zu bemühen. „Und das hat auch geklappt“, freut er sich. Drei Mitglieder des Jungen Forums säßen nun mit im 14-köpfigen Präsidium — ein klares Zeichen für die Verjüngung der Gesellschaft. Er ist gespannt auf die Arbeit im Präsidium und wie er seine Zeit zwischen Wohnort Wuppertal, Arbeitsplatz Düsseldorf und Berlin aufteilen kann.

Er will sich weiter für ein positives Bild von Israel einsetzen: „Das Land eröffnet seinen Bürgern alle Möglichkeiten“, betont er, „auch den Arabern. Das ist ein Staat, der unsere Freundschaft verdient hat.“ Er sieht auch die besondere Verantwortung Deutschlands, will aber nicht allein auf den Appell an die Verantwortung setzen.

Wichtig ist ihm, auf verdeckten Antisemitismus hinzuweisen. Das tut er vehement. „Es gibt Anti-Israelismus“, betont er. „Es beunruhigt uns, wenn sich Antisemitismus im Kleid einer politischen Position gegen Israel versteckt.“ Der Anschlag auf die Synagoge in Wuppertal 2014 zum Beispiel habe jüdische Bürger in Deutschland sehr beunruhigt. Er wünscht sich mehr Proteste gegen antisemitische Vorfälle.

Besorgt sei die DIG auch darüber, dass Antisemitismus unter muslimischen Zuwanderern verbreitet sei. Man müsse das wahrnehmen und überlegen, wie damit umzugehen ist. Aber: „Es muss klar gesagt werden, dass zu einem Leben in Deutschland auch eine aufgeschlossene Haltung zu Israel gehört.“

In seiner Heimatregion gebe es schon viel Engagement, stellt er erfreut fest, nennt den Freundeskreis für die israelische Partnerstadt Be’er Sheva, die Gesamtschule Else-Lasker-Schüler und die Solinger Alexander-Coppel-Schule, die Kontakte mit Israel pflegen. Ein Junges Forum im Bergischen fehle noch, sagt er lächelnd. Sollte es dazu eine Initiative geben, würde er das unterstützen.