Gunter Sachs: Einer der letzten Lebemänner

Gunter Sachs: Einer der letzten Lebemänner

Geburtstag: Gunter Sachs wird 75 Jahre alt, hat die Skandale hinter sich und schreibt noch gelegentlich an Brigitte Bardot.

Gstaad. Er gilt als der Letzte seiner Art: Gunter Sachs sagt selbst, dass es Lebemänner seines Kalibers nicht mehr gebe. 75 Jahre wird er heute alt. Sein Name steht für ein Jetset-Leben zu Zeiten, als es noch keine Billigflieger gab.

Dass Gunter Sachs seit 38Jahren eine allem Anschein nach glückliche Ehe mit dem schwedischen Ex-Model Mirja Larsson führt und er sich als "eigentlich ein Ein-Frauen-Typ" bezeichnet, hat das Etikett Playboy nicht aus der Welt geschafft. Doch über all dem schönen Schein wird der solide Hintergrund häufig vergessen.

Da ist zunächst einmal die finanzielle Grundlage. Gunter Sachs ist der jüngere Sohn des Industriellen Willy Sachs (Kugellager- und Motorenwerke Fichtel & Sachs) und entstammt mütterlicherseits der Opel-Dynastie. Obwohl seine Mutter Eleonore von Opel mit den beiden Söhnen nach einem wenig nazi-freundlichen Interview 1935 in die Schweiz gehen musste, litt die Familie alles andere als Not. Der Millionenerbe gehörte bis in die 80er Jahre dem Aufsichtsrat der Sachs-Gruppe in Schweinfurt an.

In die Schlagzeilen geriet Sachs unter anderem als Mann der französischen Schauspielerin Brigitte Bardot. Ihr schreibt er noch heute - Jahrzehnte nach der Scheidung - gelegentlich. Da könne man sich nicht streiten, meint er und gibt damit ein wenig von der schwierigen Beziehung der beiden preis. Sie hatten 1966 glamourös geheiratet, waren aber drei Jahre später schon wieder geschieden - die Leidenschaft war erloschen.

Das Erbe ermöglichte ihm, ein Leben nach eigenem Geschmack zu führen - und etwas daraus zu machen. Schon während seines Mathematikstudiums in Lausanne entdeckte er sein Interesse für die Kunst und Fotografie. Er machte diese Liebe zum Zentrum seines Lebens.

Er sammelte moderne Kunst und besitzt heute eine der bedeutendsten Privatsammlungen in Europa.

Er fotografiert sei Jahrzehnten, war einst einer der meistbeschäftigten Fotografen der Modezeitschrift "Vogue". Er veröffentlicht Bücher wie den 1991 erschienenen Bildband "Heldinnen" mit dem Model Claudia Schiffer. Seit dem Frühjahr zeigt er in Leipzig seine Ausstellung "Die Kunst ist weiblich". Sie soll den Sammler und Künstler Gunter Sachs umfassend präsentieren.

Er hat seine Schlaflosigkeit genutzt, um seine beiden Leben zu kombinieren. Während andere sich tagsüber von den Partys in St. Tropez erholten, führte er am Telefon seine Geschäfte. Auch als Besitzer einer internationalen Kette von Modeboutiquen war er erfolgreich. Die Erlöse aus den Verkäufen seiner Fotos fließen in eine Stiftung seiner Frau, die Kindern in aller Welt hilft.

Persönlich Fritz Gunter Sachs wurde am 14. November 1932 auf Schloss Mainberg bei Schweinfurt geboren. Er studierte Mathematik und Wirtschaft, machte ein Dolmetscherdiplom und eine Banklehre. Sachs’ erste Ehefrau Anne-Marie Faure kam1958 bei einem Unfall ums Leben, aus der Ehe stammt der Möbeldesigner Rolf Sachs. 1966 heiratete der Millionenerbe die französische Schauspielerin Brigitte Bardot. Drei Jahre später waren sie wieder geschieden, Sachs ehelichte kurz darauf das schwedische Modell Mirja Larsson. Mit ihr hat er zwei Söhne.

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