1. NRW

Zunahme von wilden Müllkippen im Kreis Viersen

Wilde Müllkippen im Kreis Viersen : Arbeitslose sollen als Müllsammler helfen

Um „wilden Abfall“ entlang der Kreisstraßen aufzusammeln, fehlt dem Kreis-Baubetriebshof Personal.

(naf) Die Grünpflege zur Verkehrssicherung entlang der Kreisstraßen wird immer aufwendiger, die Mitarbeiter des Kreis-Baubetriebshofs müssen dort nebenbei aber auch noch mehr illegal abgeladenen Müll aufsammeln: „Das können die nicht leisten“, sagt Chrstian Böker, Leiter des Abfallbetriebs und des Amtes für digitale Infrastruktur und Verkehrsanlagen. Die Idee der Kreis-Verwaltung: Langzeitarbeitslose sollen das Stammpersonal des Baubetriebshofs unterstützen und als Müllsammler für mehr Sauberkeit an den Kreisstraßen sorgen.

In der Sitzung des Ausschusses für Planung, Bauen und Infrastruktur hatte Amtsleiter Böker die Idee zuletzt vorgestellt. Es sei eine Zunahme von „wilden Kippen“ – illegalen Müllansammlungen – in den Grünflächen der Straßenseitenränder und in Straßengräben im Kreis Viersen zu verzeichnen, führte er aus. Bei den wilden Kippen handelt es sich demnach um Abfälle „aus nahezu allen gewerblichen und privaten Bereichen“, darunter Autoreifen, Autobatterien, Altpapier und Farbreste, Kühlschränke und Unterhaltungselektronik, aber auch Windeln.

Nach Angaben der Kreis-Verwaltung fallen so im Mittel jährlich rund 20 Tonnen Abfall an, die meist kleinteilig aufgesammelt werden müssten. Im ersten Halbjahr 2021 seien bereits 14 Tonnen Abfall angefallen. Vor dem zwei Mal jährlich anfallenden maschinellen Grasschnitt entlang der Straßen würden die Mitarbeiter des Baubetriebshofs die Bankette begehen und Müll aufsammeln, erklärte Böker.

Darüber hinaus würden Streckenwarte während ihrer Kontrollfahrten Abfall auflesen. Wirklich regelmäßig passiert das aber nicht – denn dafür würde mehr Personal gebraucht. Derzeit sind am Baubetriebshof 16 Facharbeiter und zwei Auszubildende mit den Aufgaben betraut.

Die Kreis-Verwaltung hält es jedoch für notwendig, zukünftig häufiger Müll entlang der Kreisstraßen aufzusammeln. „Neben der nachteiligen optischen Wirkung des Mülls im Straßen- und Verkehrsraum ist der Aspekt der Verkehrssicherheit und die drohende Umweltverschmutzung durch wilden Müll zu berücksichtigen“, erläutert Bau- und Umweltdezernent Andreas Budde in der Verwaltungsvorlage zur Sitzung des Ausschusses. „Die Öffentlichkeit ist bezüglich der Vermüllung zunehmend sensibel, sodass sich eine erhöhte öffentliche Erwartungshaltung an die Sauberkeit festhalten lässt.“

Analog zu den kommunalen Müllpickern in Parks und Grünanlagen sei der Einsatz von zwei Langzeitarbeitslosen eine Option, „bei der sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei entsprechender Eignung auch zu festen Arbeitskräften entwickeln können und somit eine berufliche Perspektive bekommen“, erklärt Budde. Der Kreis Viersen möchte sich dazu mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter austauschen.

(naf)