Crushhour: Sind sie die beste deutsche Band?

Crushhour: Sind sie die beste deutsche Band?

Die jungen Musiker aus Wuppertal sind für den Deutschen Rock-und-Pop-Preis nominiert. Am Samstag fällt die Entscheidung.

Wuppertal. Das Selbstbewusstsein der großen Stars haben sie schon. "Wir gewinnen. Wenn wir das nicht glauben würden, müssten wir gar nicht nach Wiesbaden fahren." Die Wuppertaler Band Crushhour ist in der Hauptkategorie "Beste Rockband" für den Deutschen Rock-und-Pop-Preis nominiert. Der wird am Samstag 12. Dezember in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden verliehen - Crushhour können es kaum erwarten.

Doch auch wenn es für den ganz großen Preis nicht reichen sollte, wäre Bassist Mario Smida zufrieden: "Wir sind unter den letzten 16 Bands von über 700 Einsendung, also haben wir schon viel erreicht", sagt der 22-Jährige. "Aber wir haben echt gute Chancen", schraubt Sänger Florian Franke (ebenfalls 22) die Erwartungen weiter nach oben.

Kein Wunder: Crushhour hatten bisher immer Erfolg. Die sechsköpfige Band existiert zwar erst seit Anfang 2008, spielt aber schon bundesweit Konzerte. Das absolute Highlight war dabei bisher ein Auftritt vor mehr als 2000 Zuhörern in Bremen. Aber auch in der Wuppertaler Heimat wissen Musikexperten ihr Können zu schätzen: Beim kommenden Schülerrockfestival spielt die Band als Headliner - außerhalb des Wettbewerbs.

"Wir sind ja auch das Gegenteil einer klassischen Schülerband", stellt Florian Franke klar. Man sei kein Spaßprojekt, sondern habe große Ambitionen. Diesen Anspruch macht auch der Blick in ihren Proberaum klar: Wo bei anderen Bands Aschenbecher überquellen und sich echte Pfand-Wertanlagen an leeren Bierflaschen angesammelt haben, könnten Besucher bei Crushhour vom Boden essen - hier wird gearbeitet, nicht gefeiert.

Und in der Tat planen einige Mitglieder der Band, professionelle Musiker zu werden. Mario Smida, der früher von der Wuppertaler Jazzgröße Jan Kazda unterrichtet wurde, macht momentan eine studienvorbereitende Ausbildung an der Bergischen Musikschule. Sänger Franke studiert bereits Musik in Mannheim - trotzdem besucht er mindestens einmal wöchentlich die alte Heimat, um mit seinen Bandkollegen zu proben.

Etwas kleinlaut werden die Musiker nur bei der Frage, Fans welcher Musikrichtung sie bedienen wollen. Als "Rock-Pop-Crossover mit Funkelementen" bezeichnen sie ihre Musik nach kurzer Diskussion. Aber genau diese Bandbreite ist es, die Diskjockey Simon Felgenträger als große Stärke der Band empfindet: "Wir inspirieren uns an 100 verschiedenen Ecken und werfen dann das Beste davon in einen Topf", beschriebt der 22-Jährige den gemeinsamen Prozess des Songschreibens.

Doch selbst wenn es im Dezember mit dem Deutschen Rock und Pop Preis klappt, hat die junge Band noch viel Arbeit vor sich: Im kommenden Herbst soll ihr erstes Album erscheinen - die Arbeit daran läuft auf Hochtouren.

Mehr von Westdeutsche Zeitung