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Betreuung: BV stimmt Kita-Vorschlägen zu

Betreuung : BV stimmt Kita-Vorschlägen zu

Eine Kita soll im Rehsiepen, eine weitere an der Holthauser oder der Scheidtstraße entstehen.

Ronsdorf. Noch einmal diskutierten die Bezirksvertreter heftig, es fielen Begriffe wie „Wortbruch“, es gab aber auch Appelle, „zu Potte zu kommen“ und einen Beschluss zu fassen. Den gab es am Ende auch: Die Mehrheit des Stadtteil-Parlaments stimmte zu, dass die Stadt zwei neue Kitas für Ronsdorf auf den Weg bringt: eine im Rehsiepen und eine weitere entweder an der Holthauser Straße oder an der Scheidtstraße.

Dabei soll zunächst versucht werden, das Grundstück Holthauser Straße für Wohnbebauung zu vermarkten. Gelingt das, soll die Kita an der Scheidtstraße entstehen. Gelingt die Vermarktung bis zum Jahresende nicht, soll das Gelände Holthauser Straße für den Kita-Bau genutzt werden.

Das war der Kompromiss-Vorschlag, den die Verwaltung vorgelegt hatte. Vorausgegangen war eine zweijährige Diskussion der Bezirksvertretung über einen geeigneten Standort für eine neue Kita. Während die Vertreter der CDU den Standort Rehsiepen bevorzugten, favorisierten SPD, Grüne, Linke, WfW und FDP die Holthauser Straße.

Ausgelöst wurde der Streit durch die Ablehnung eines Kita-Neubaus auf der Grünfläche Schenkstraße. Diesen Standort hatte die Verwaltung 2016 vorgeschlagen. Nach Protesten von Bürgern, die die Grünfläche als ganzes erhalten wollten, begann die Suche nach Ersatz. Im weiteren Verlauf warfen sich Politiker vor, zunächst Vorschlägen zugestimmt, später dann neue Vorschläge gemacht zu haben.

Der Streit entzündete sich unter anderem an der Frage, ob eine Kita im Rehsiepen die Integration von Kinder dort lebender zugezogener Familien fördern oder eher schaden könne. Die Skeptiker fürchteten, eine Kita dort könne zu einer Gettoisierung beitragen. Denn in diesem Quartier gibt es einen hohen Anteil von Familien mit Migrationshintergrund, wie Jürgen Lemmer, Leiter des Ressorts Zuwanderung bestätigte. Er stellte in der Sitzung aktuelle Zahlen dazu vor, um auch auf den Bedarf nach einem Ausbau der Infrastruktur in dem Quartier hinzuweisen.

Dafür war auch Sozialdezernent Stefan Kühn zur Sitzung gekommen. Er erklärte, dieser hohe Anteil an Zuwanderern sei auch in anderen Stadtteilen zu finden. Daher gebe es auch in anderen Quartieren Kitas mit einem großen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund: „Das ist Normalität in einer Großstadt“, betonte er. Seit zwanzig Jahren gebe es pädagogische Konzepte für die interkulturelle Arbeit in Kitas.

Kritische Nachfragen gab es zum Standort Scheidtstraße, auf dem Altastent vermutet werden. Die Kosten für deren Entfernung soll sollen durch den Verkauf des Grundstücks Holthauser Straße erwirtschaftet werden.

Bei der Abstimmung zu beiden Vorlagen stimmte jeweils eine Mehrheit für den jeweiligen Grundsatzbeschluss.