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Abriss und Neubau sollen die Niederstraße aufwerten

Abriss und Neubau sollen die Niederstraße aufwerten

Das Ladenlokal an der Ecke zur Kastellstraße wird abgerissen, ein viergeschossiger Neubau wird errichtet.

Neuss. An der Niederstraße wird aufgeräumt. Das Ladenlokal an der Ecke zur Kastellstraße, wo über Jahre der Lebensmittelmarkt „Casserole“ ansässig war, wird abgerissen — und mit ihm die ganze Zeile bis zum Rheinwallgraben. Der schon beantragte Abbruch erfüllt Hermann Behle, Inhaber des direkt angrenzenden Geschäftes Händeler und Hammermann, wegen möglicher Schäden an seinem Haus zwar mit Sorge, freut aber den Planungsdezernenten Christoph Hölters. „Ein gutes Konzept“, sagt er.

Abriss und Neubau sollen die Niederstraße aufwerten
Foto: woi/Grafik: Interboden

Bauherr und Investor ist die Firma Interboden (Ratingen), die an gleicher Stelle ein durchgängig vierstöckiges Gebäude mit drei Ladenlokalen und 34 Wohnungen errichten will — ein Neubau, der den Weg vom Hauptstraßenzug zum Neumarkt deutlich aufwerten wird.

Eine Aufwertung kann die Niederstraße in der Tat gebrauchen (siehe Info-Box), und Alexander Busch, Sprecher der in der „Neusser Immobilienbörse“ zusammengefassten Makler, kann die Sorgen nur unterstreichen. Der Standort falle als Einkaufsstraße im Sog der Krefelder Straße immer weiter ab, sagt er. Dabei waren für die Kastellstraße schon ganz andere Pläne gemacht worden — und viel größere. Vor fast auf den Tag genau neun Jahren wurden Pläne des Berliner Investors Joachim Tenkhoff von einem Glaspalast in der City öffentlich, in dem die Kastellstraße ganz verschwinden sollte. Im Vergleich zu dem, was der Essener Projektentwickler Mfi (Management für Immobilien) an gleicher Stelle plante, war Tenkhoffs „Kastell-Center“ eine kleine Lösung — aber auch die kam am Ende nicht. Mfi scheiterte am Grunderwerb.

Das Vorhaben von Interboden wird von der Stadt in mehrfacher Hinsicht positiv bewertet. Im Erdgeschoss werden moderne Geschäfte entstehen in aktuell marktfähigen Größen. Denn ein Problem des Neusser Einzelhandels ist noch immer, dass zu viele Geschäfte zu klein sind. Die 34 Wohnungen darüber stärken wiederum den Wohnort Innenstadt. „Es werden keine öffentlich geförderten, aber auch keine Luxuswohnungen sein“, sagt Hölters. Die Mietwohnungen (45 bis 75 Quadratmeter) seien für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte gedacht und barrierefrei — damit „demografiefest“, wie hervorgehoben wird. Die Bauvoranfrage von Interboden wurde positiv beschieden, ein Bauantrag liegt noch nicht vor. Hermann Behle als Nachbar aber weiß mehr: „Im Juli oder August geht es los.“ Der Abbruch werde nicht einfach — auch wegen „Bausünden der Vergangenheit“.