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Willich: „Wir haben den Tag lange herbeigesehnt“

Willich : „Wir haben den Tag lange herbeigesehnt“

Rund 80 Gäste kamen gestern zum Richtfest für Kamps Pitter 2. Die Planungen für das neue Museum laufen bei den Heimat- und Geschichtsfreunden schon seit drei Jahren.

Schiefbahn. Alle vier Willicher Stadtteile waren gestern im Klosterpark vertreten. So kam Kulturausschuss-Vorsitzender Franz Auling aus Alt-Willich oder Dr. Christoph Carlhoff vom Anrather Bürgerverein. Bei der Arbeit waren gerade Ralf Lier und Andre Kißmer, Mitarbeiter der Rohbauunternehmung von Arno Lietz (Neersen), und vor allem Zimmermeister Josef Kothen (Schiefbahn). Der Zimmerer ließ sich nach seinem Richtspruch den Korn schmecken. Die etwa 80 Gäste am gerade entstehenden neuen Museumsgebäude Kamps Pitter 2 wenig später natürlich auch.

Gestern war endlich das Richtfest. „Wir haben diesen Tag lange herbeigesehnt“, erinnerte der Haus- und Bauherr Ernst Kuhlen von seinen Heimat- und Geschichtsfreunden Willich (vormals Schiefbahn) daran, dass man mit der Überplanung des alten Gebäudes bereits 2013 begann. Es war früher — so ab dem Jahr 1900 — von der Verseidag, später von den Nazis und den Patres der Hünfelder Oblaten als Schreinerei und Schlosserei, sogar teilweise als ein Wohnhaus, genutzt worden. Wegen der alten Bausubstanz war auch aus statischer Sicht einiges zu berücksichtigen und zu verändern. Vor allem musste Geld her, um diesen zweiten Museumstrakt zu ermöglichen.

Vereinsvorsitzender Ernst Kuhlen dankte gestern vor dem Richtspruch vor allem dem Landschaftsverband und den Stiftungen der Sparkasse Krefeld, die das rund 478 000 Euro teure Projekt nicht ganz, aber hauptsächlich finanziert hatten. Der Heimatverein gibt aber noch eine Menge dazu, an Kapital rund 90 000 Euro, an „Muskelhypothek“ weitere 60 000 Euro.

Unter den Gästen waren unter anderem Vertreter der Stadtverwaltung, so Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger und Stadtarchivar Udo Holzenthal, Architektin Brigitte Franke sowie der vereinseigene Bauleiter Theo Nießen mit seiner etwa zehnköpfigen Baukolonne, die sich dort auch in den Wintermonaten jeden Dienstag, von 13.30 bis etwa 17.30 Uhr, trifft. „Derzeit sind wir bei der Isolierung, bei der Unterfütterung der Fußfette und bei den Vorbereitungen, damit bald der Putzer optimal an den Wänden arbeiten kann“, sagte Theo Nießen.

Wer in der Kolonne mitarbeiten möchte, zum Beispiel als Elektriker, ist natürlich gerne gesehen. Ernst Kuhlens Wunsch: „Dass wir Mitte 2017 in das neue Gebäude einziehen können.“ Er nannte bei der gestrigen Feierstunde nur einige wenige Zahlen. So wird es dann eine Ausstellungsfläche von rund 240 Quadratmeter geben, neben weiterem Platz für das Archiv, Lager oder für die Computer- oder Recherche-Arbeit.

Für die katholische Kirche gab gestern Diakon Friedhelm Messerschmitt seinen „Segen“ dazu. Bei den vielen Gewerken haben die Heimat- und Geschichtsfreunde größtenteils Handwerksbetriebe aus der Stadt Willich berücksichtigt. So unter anderem den Anrather Dachdeckermeister Theo Hofer, der jetzt mit der Eindeckung weiter machen kann.

Das nächste Event der Heimat- und Geschichtsfreunde Willich lässt nicht lange auf sich warten. Bereits am kommenden Sonntag wird es im Museum Kamps Pitter 1 ab 15 Uhr eine historische und originelle Modenschau geben. Dabei wird Mode aus den 1950er, 1960er und 1970er Jahren präsentiert. Die Veranstaltung ist seit längerem ausverkauft.