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Der Verein „Lichtspiel-Theater Willich“ ist förderfähig

Über der Diskothek „Melody“ : Kino-Verein ist förderwürdig

Bis 1985 gab es ein Kino in Willich. Ein Verein möchte es wiedereröffnen und dort zehn Film-Vorführungen pro Woche anbieten. Derzeit wird noch von Grund auf saniert.

(djm) Der Verein „Lichtspiel-Theater Willich“ ist nach den „Kulturförderrichtlinien der Stadt Willich“ förderwürdig – dieser Beschlussempfehlung der Willicher Verwaltung folgten jetzt die Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Brauchtum einstimmig. Nicole Düser, Vorstandsmitglied des Kino-Vereins, hatte den Politikern das Konzept für das neue Kino in Willich vor der Abstimmung erläutert. „Lichtspiel-Theater Willich“ wird den Saal über der Discothek „Melody“ (Kreuzstraße 58) nutzen, in dem schon bis zum Jahr 1985 ein Kino betrieben worden ist.

Das Gebäude gehört der Grundstücksgesellschaft der Stadt Willich (GSG), die es im Rahmen ihrer Pläne für die Innenstadt-Entwicklung gekauft hat. Es wird seit mehreren Monaten von Grund auf modernisiert. Das Erdgeschoss – die Disco „Melody“ – wird bereits wieder betrieben. Im Obergeschoss baut die GSG derzeit den Saal so um, dass er als Kleinkunstsaal und Kino genutzt werden kann – mit Bühne, neuer Technik und neuer Möblierung.

Kino-Verein möchte zehn Filmvorführungen pro Woche

Der Kino-Verein möchte zehn Film-Vorführungen pro Woche (zweimal täglich, Donnerstag bis Montag) durchführen. Außerdem soll der Saal für andere Kultur- oder Kleinkunstveranstaltungen vermietet werden. Der Saal soll 80 Plätze haben. Dafür hat der Verein bereits Stapelstühle, sieben Sofas und weitere Sessel bestellt. Der durchschnittliche Eintrittspreis soll acht Euro betragen. Bei einer durchschnittlichen Auslastung von 15 Prozent kalkuliert der Verein mit 6240 Kinogästen pro Jahr. Es wird eine kino-entsprechende Gastronomie geben.

Der Verein rechnet – in einer vorsichtig dimensionierten Kalkulation – mit jährlichen Umsatzerlösen aus Ticketverkauf, Werbung, Vermietung und Gastronomie in Höhe von rund 77.500 Euro. Demgegenüber stehen Kosten von insgesamt rund 100.000 Euro – was einen Zuschussbedarf von rund 30.000 Euro im Jahr bedeutet. Wie dieses Defizit ausgeglichen werden soll, war allerdings nicht Thema der Sitzung. Es ging rein um die Frage, ob die Politiker den Verein als „kulturtreibend“ nach den 2015 verabschiedeten Kulturförderrichtlinien anerkennen wollten. Die so anerkannten Vereine erhalten Zuschüsse von der Stadt, müssen sie aber jährlich neu beantragen.

Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) warf noch die Frage in den Raum, ob der Kino-Saal barrierefrei zugänglich sei. Das funktioniert wegen des engen Treppenhauses in dem alten Gebäude aber nur eingeschränkt. Die GSG hat allerdings einen Treppensteiger angeschafft, der größtmögliche Zugänglichkeit bringt.

(djm)