Solarpark: Sonnenstrom für Flughafen

Solarpark: Sonnenstrom für Flughafen

Am Niederrhein-Airport in Weeze ist der größte Solarpark von NRW entstanden. 25 Millionen Euro wurden investiert.

Niederrhein. Module, soweit das Auge reicht: Am Flughafen in Weeze ist der größte Solarpark Nordrhein-Westfalens ans Netz gegangen. Er soll künftig rund 13 Megawatt Strom pro Jahr produzieren. Rund 25 Millionen Euro wurden in den Bau des Kraftwerks investiert.

Die Photovoltaikanlage ist auf einer 300 000 Quadratmeter großen Fläche des Flughafengeländes entstanden. Das entspricht einer Größe von etwa 42 Fußballfeldern. Das großflächige Areal war früher von Bunkeranlagen und Wachtürmen geprägt. Es gehörte zur damaligen British-Airforce-Basis Laarbruch.

Auf dem Gelände wurden seit Oktober 60 000 polykristalline Solarmodule verbaut. Bis zu 120 Beschäftigte haben über 10 000 Löcher in den Boden gebohrt, darauf 2000 tischförmige Gestelle errichtet, auf denen die Paneele installiert wurden. Die Tische sind so geneigt, dass sie sich nach der Sonne richten und so ganzjährig einen optimalen Energieertrag ermöglichen, sagte Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber bei der Inbetriebnahme. „Wir produzieren mit dem Solarkraftwerk auf einer früher militärisch genutzten Fläche sauberen Strom“, so van Bebber.

Insgesamt 87 000 Quadratmeter Moduloberfläche wandeln das Sonnenlicht in elektrische Energie um, die über 280 Kilometer Kabel in Wechselrichterstationen fließt. Zum Schutz der Anlage wurde rundum ein Zaun von 3,7 Kilometern Länge errichtet. Außerdem wird der Solarpark videoüberwacht.

Der erzeugte Strom wird komplett nach den Vergütungsregeln des Energieeinspeisegesetzes (EEG) ins Stromnetz eingebracht. Dafür werden derzeit etwa 21 Cent je Kilowattstunde vergütet. Einen Großteil des erzeugten Stroms wird der Flughafen aber selbst verbrauchen. Der Airport benötigt pro Jahr etwa sieben Megawatt Strom.

Investor und Betreiber der Anlage ist das Unternehmen Baysolar aus Freising bei München mit einer Tochterfirma in Weeze. Dahinter stehen Geldgeber aus China; auch die Solarmodule werden in China gefertigt. Der Flughafen hat das Gelände lediglich verpachtet.

Man könne nun den gesamten Energiebedarf des Airports regenerativ erzeugen, freut sich van Bebber. Damit würden rund 8500 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart. Zudem sei mit dem Bau des Solarkraftwerks kaum Fläche versiegelt worden, betont der Flughafenchef.

Dennoch gab es Kritik von Naturschützern. Sie monierten, dass für die Photovoltaikanlage Bäume gefällt werden mussten. Doch die Erlaubnis für diese Rodungsarbeiten war bereits zu Beginn der Umwandlung des Militär- in einen zivilen Flughafen erteilt worden. Van Bebber: „Wir haben weit mehr Aufforstung gezahlt, als bisher Bäume gefällt wurden.“