Kempen : Europareise durchs Thomaeum

Anlässlich des Europatages befassten sich die Schüler bei Spiel und Spaß mit unterschiedlichen Aspekten des Kontinents.

Kempen. „Sprich das Alphabet in Englisch“, liest Tim vor. Kaum hat der Zehnjährige die Aufgabe vorgetragen, legt der gleichaltrige Ole los. Carla (14), die als Betreuerin am Tisch steht, schenkt den vier Fünftklässlern ein anerkennendes Nicken als Zustimmung für die Richtigkeit. Auch die Frage, welche Sprache in Europa häufiger gesprochen wird — Italienisch oder Französisch —, bereitet keine Schwierigkeiten. Berkay und Timo sind sich beide absolut sicher, dass es Französisch ist und damit liegen sie richtig.

Wenn am Kempener Thomaeum der Europatag angesagt ist, dann gehören Spiel und Spaß zum Kennenlernen des Kontinents dazu. „So bleibt Europa auch in den Köpfen haften“, bemerkt Elisabeth Zander, die für das Europaprofil am Thomaeum zuständig ist. Jetzt beschäftigten sich die Schüler in Kempen mit dem Thema.

An einem anderen Tisch ist ein weiteres Viererteam damit beschäftigt, den Flaggen die richtigen Länder zuzuordnen. Bei Staaten wie Deutschland, Schweden, Österreich oder Großbritannien geht es noch schnell, aber bei Zypern muss einer der betreuenden Achtklässler ein wenig helfen.

Aber nicht nur in diesem Klassenraum dreht sich alles um Europa. Bei den Achtklässlern Justus, Mats, Lennert, Paulin, Yaren, Jana und Judith puzzeln die Fünftklässler eine Euro-Münze zusammen. Außerdem gilt es, die Symbole auf diesen zu erkennen und auf einem vorbereiteten Arbeitsblatt einzutragen. Dazu kommt die Frage, in welchen Ländern mit dem Euro bezahlt werden kann.

Memory mit europäischen Sehenswürdigkeiten gibt es im Nachbarraum, wobei Brandenburger Tor, Eiffelturm, Kolosseum, Tower Bridge und Co. mit kleinen Bildern auf Landkarten in die richtigen Länder gesetzt werden müssen. Nicht nur die Stationen zum Thema „Reise durch Europa“ haben die Achtklässler für die Jüngeren gemeinsam entwickelt.

Nach Reiseende geht es im Pädagogischen Zentrum (PZ) weiter. Dort ist eine Runde Spielen im XXL-Format angesagt. Künstler Jürgen Hemkemeyer hat zusammen mit Flüchtlingskindern und Fünftklässlern ein Europa-Spiel mit riesengroßen Spielfiguren auf einer ebenso gewaltigen Landkarte konzipiert.

Für Ratespaß sorgt ein Sportkurs der Jahrgangsstufe acht. Im Rahmen einer getanzten Choreografie bilden die zehn Schüler die schon von der „Reise durch Europa“ bekannten Wahrzeichen. Das Erkennen der akrobatischen Figuren ist angesagt, wobei auch Fehler eingebaut sind, denn weder die New Yorker Freiheitsstatue noch die Christus-Figur von Rio sind in Europa anzutreffen. Ein herrlicher Spaß für alle.

Vom PZ geht es zur Aula. Die vier Siebtklässler, die den ersten Preis des Europäischen Wettbewerbs in NRW gewonnen haben, stellen ihre Kurzgeschichte „Ich bin, wie ich bin“ vor. Es ist die Geschichte von einem Mädchen aus Eritrea, das aufgrund seines Andersseins nicht respektiert wird. Sie lädt die Kinder zu sich nach Hause ein, wo diese dann, beschämt durch die dort herrschende Gastfreundschaft, ihr eigenes Verhalten ändern.

Wie gut das beim Spielen erlernte Wissen haften geblieben ist, beweisen die Fünftklässler beim abschließenden Quiz, das à la „Wer wird Millionär“ gespielt wird. Eine Million gibt es für die Siegerklasse zwar nicht, aber dafür jede Menge Süßigkeiten.

Mehr von Westdeutsche Zeitung