Unfälle: Hier kracht’s besonders oft

Unfälle: Hier kracht’s besonders oft

Experten haben in beiden Städten Kreuzungen analysiert, an denen sich häufig Kollisionen ereignen.

Die 79-jährige Autofahrerin hatte an der Einmündung der Gladbacher Straße in die Hardt vor dem Stop-Schild angehalten, dann aber plötzlich Gas gegeben. Der Opel raste geradeaus über Fahrbahn und Gehweg, prallte dann gegen einen Gartenzaun. Der Unfall mit der schwer verletzten Seniorin vom vergangenen September ist an dieser Stelle kein Einzelfall. Die Kreuzung gehört zu den vier Unfallschwerpunkten in Langenfeld, die Verkehrsexperten bei einer kreisweiten Untersuchung aufgelistet haben.

Foto: Polizei

Ein weiterer liegt ebenfalls an der Hardt an der Kreuzung Schneiderstraße, wo es am Dienstag erneut einen schweren Unfall gab. Monheim und Wülfrath sind unter den zehn kreisangehörigen Städten die einzigen, in denen keine Kreuzungen mit gehäuften Zusammenstößen aufgefallen sind.

Laut Ralf Hezel vom Mettmanner Straßenverkehrsamt hatte die Unfallkommission des Kreises 25 Stellen „näher ins Visier genommen“, an denen es von 2012 bis ins Jahr 2014 hinein mehr als 200 Unfälle gab. „Dabei wurden ein Mensch getötet, 20 Personen schwer und 91 leicht verletzt.“ Zudem sei erheblicher Blechschaden entstanden. Dass sich in Langenfeld wie in Ratingen und Velbert Unfallschwerpunkte häufen, liegt nach Hezels Angaben einerseits an der Größe der Städte und dem damit verbundenen hohen Verkehrsaufkommen, andererseits aber auch am erhöhten Anteil von Radfahrern.

2013 zählte die Polizei an dieser stark befahrenen Stelle 23 Unfälle mit vier Leichtverletzten. Hezel: „Die Unfälle sind über die gesamte Kreuzung verteilt. Besondere Auffälligkeiten gibt es nicht.“ Laut Kommission werden nach dem kürzlich erfolgten Umbau nahe der A 3-Zu- und -Abfahrten nun die Ampelschaltungen neu programmiert, zudem die Fahrbahn der Hardt in Richtung Innenstadt erneuert. Vor einer neuen Bewertung der Kreuzung wollen die Experten die nun veränderte Verkehrssituation abwarten.

Der im Frühjahr 2012 errichtete Kreisverkehr hat zwar das Einbiegen in die Richrather Straße deutlich erleichtert. Allerdings verzeichnete die Polizei 2014 acht Unfälle mit drei Leichtverletzten. Teils wurde der Kreisverkehr nicht als solcher wahrgenommen. Die Unfallkommission stellte fest, dass Schilder verdreht und nicht eindeutig zu sehen seien. „Das haben wir mittlerweile ändern lassen“, berichtete der städtische Verkehrsplaner Franz Frank.

2013 gab es hier elf Zusammenstöße mit vier Leichtverletzten. Beim Ortstermin beanstandete die Unfallkommission, dass die auf Fußgänger hinweisende, gelb blinkende Ampel für die aus der Grenzstraße nach links auf die Kölner Straße einbiegenden Fahrzeuge verdreht und damit schlecht sichtbar sei. Diese sei ebenso zu richten wie das Grünsignal für den Fußgänger über die Rheindorfer Straße, so dass dieses auch der Rechtsabbieger von der Kölner Straße früh erkennen kann.

Bei sechs Zusammenstößen 2013 verletzten sich laut Polizei zwei Menschen leicht. Betroffen war hauptsächlich der aus der Gladbacher Straße ausfahrende Verkehr. Einen Zusammenhang sehen die Experten mit dem Ausbau der Anschlussstellen von A 3 und A 542, da die Gladbacher Straße teils als Ausweichstrecke deutlich höher als normal frequentiert worden sei. Auch dort sollen vor einer Bewertung die 2015 anstehenden Fahrbahnarbeiten an der Hardt abgewartet werden. Aufgrund der 2014 geringeren Zahl von Zusammenstößen sind drei Unfallschwerpunkte aus der Liste verschwunden: In Monheim die Kreuzungen Hasen-/Schwalbenstraße und Am Hang/Am Steg/Frohnkamp/Knipprather Straße; in Langenfeld die Kreuzung Knipprather-/Düsseldorfer-/Wilhelmstraße, bei der sich Frank zufolge die umfassende Straßensanierung der L 219 (ehemals B 8) auswirkt.