Jugend musiziert: Spaß an der Musik ist wichtiger als Erfolg

Jugend musiziert: Spaß an der Musik ist wichtiger als Erfolg

Wettbewerb: Ab nächster Woche spielen 185 Schüler um gute Wertungen – und für das Publikum.

Mettmann. Nur wenige Schüler haben das Talent und den unbedingten Willen, aus ihrem Hobby einmal einen Beruf zu machen. So wie der Hildener Andreas Vosseler. Einst Sieger beim Regionalwettbewerb "Jugend musiziert", ist er inzwischen Hornist im Kölner Gürzenich-Orchester.

"Aber darauf kommt es auch gar nicht an", sagt Karl Henschel, der Leiter der Hildener Musikschule und Vorsitzende des Regionalausschusses der Musikschulen. "Musik kann auch die schönste Nebensache der Welt sein", sagt er. Viel wichtiger als der große Erfolg ist ihm, dass Kinder und Jugendliche ihren Spaß an der Musik nicht verlieren.

185 Musikschüler aus allen Städten des Kreises Mettmann treten zum Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" am 29./30. Januar in der Hildener Musikschule an. Sie träumen vielleicht alle davon, sich für den Landeswettbewerb zu qualifizieren. Aber nur wenige werden es schaffen. Hentschel: "Wichtig ist, dass die Schüler überhaupt daran teilnehmen. Die Vorbereitung darauf bringt jeden meilenweit nach vorn."

Deshalb werden nicht nur die Sieger geehrt. Die Jury kümmert sich um alle Teilnehmer. "In einem persönlichem Gespräch wird ihnen das Ergebnis mitgeteilt und erklärt, in welchen Bereichen sie sich verbessern können", sagt Hentschel. Die Jury sei in der Regel mit Leuten besetzt, die Spaß an der Sache hätten und nicht wie Professoren aufträten.

Den Wettbewerb sieht Hentschel aber auch als eine gute Möglichkeit der Talentförderung. "In der Breite wollen wir die Musikschüler motivieren, und in der Spitze fördern", sagt er. Die Jury habe eine große Verantwortung und prüfe deshalb ganz genau, wen sie zum Landeswettbewerb schickt. Hentschel: "Es darf nicht passieren, dass ein Schüler dort regelrecht untergeht."

In der Solowertung kommen diesmal Streicher (Violine, Violoncello, Kontrabass), klassisches Schlagzeug und Pop-Sänger zum Zuge. Ensemblewertungen gibt es in den Kategorien Duo Klavier/Blasinstrument, Klavier-Kammermusik, Gitarrenduo und Zupfensembles, stellte am Dienstag Barbara Bußkamp, die Kulturdezernentin des Kreises, vor.

Elf Zupfensembles mit 37 Musikern, 13 Gitarrenduos, 27 Violin- und elf Cello-Solisten mit ihren Klavierbegleitungen, vier Kontrabassisten, 21 Duos für Klavier/Blasinstrument, sieben Schlagzeuger, fünf Pop-Sänger und ein Quartett für Klavier-Kammermusik haben sich für den Wettbewerb angemeldet.

"Zum Auftakt am Freitag lassen wir’s gleich richtig krachen", sagte Barbara Bußkamp. Die Schlagzeuger werden ab 14.30 Uhr den Wettbewerb eröffnen, der am Samstag um 9 Uhr fortgesetzt wird.

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