Kinderschutz: Till Eulenspiegel hat jetzt einen Dienstwagen

Kinderschutz: Till Eulenspiegel hat jetzt einen Dienstwagen

Der Kinder- und Jugendanwalt Till Eulenspiegel bekam am Mittwoch seinen eigenen Wagen überreicht.

Düsseldorf. Düsseldorf gilt gemeinhin als relativ wohlhabende Stadt. Doch der Schein der problemfreien Wohlstandsinsel trügt. „Es gibt hier benachteiligte Stadtteile“, sagt Regine Thum, stellvertretende Vorsitzende der Sozialstiftung der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Die negativen Folgen der Entwicklung in den Problemviertel spürten vor allem die Kinder. Aber auch in anderen Gegenden gebe es Jugendliche, die sich mit ihren Sorgen und Nöten häufig alleingelassen fühlten.

Seit mehr als 30 Jahren gibt es deshalb den Kinder- und Jugendanwalt Till Eulenspiegel, der sich um die Rechte und den Schutz der Heranwachsenden kümmert. Um künftig schneller durch die Stadt zu kommen, hat er nun sein eigenes Kinderschutzmobil. Am Mittwoch bekam er den Schlüssel des Kleinbusses überreicht.

Till Eulenspiegel — der eigentlich eine Sie ist und Gesa Kaiser heißt — trägt die Belange von Kindern als Interessenvertretung an die Politik weiter, kommt in Schulen, Kitas, Jugendeinrichtungen sowie u Spielplätzen und klärt die Heranwachsenden über ihre Rechte auf. Vor allem Letzteres sei wichtig, sagt Kaiser. Viele Kinder würden es als normal und gerechtfertigt empfinden, wenn sie für kleinere Vergehen zu Hause geschlagen werden. Deshalb seien Aufklärung und Prävention ihre wichtigste Aufgaben.

Künftig wird das alles leichter. Fuhr Kaiser früher mit dem Rad oder der Bahn, ist sie nun mit dem eigenen Bus unterwegs. Das spart nicht nur Zeit, das Kinderschutzmobil ist gleichzeitig ein mobiles Büro. Im hinteren Bereich des Busses gibt es extra eine Sitzecke, falls ein oder mehrere Kinder ein vertrauliches Gespräch suchen.

Für die Awo soll der Wagen gleichzeitig eine Möglichkeit sein, auf ihre Angebote aufmerksam zu machen. „Wir wollen auch solche Kinder und Eltern erreichen, die von sich aus nicht zu uns kommen oder uns im Alltag nicht wahrnehmen“, sagt Awo-Kreisgeschäftsführer Michael Kipshagen. Aus einer Komm-, werde nun eine Geh-Struktur. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, mehr Orte und Veranstaltungen anzufahren und überall Präsenz zu zeigen“, sagt Kipshagen.

Seiner Idealvorstellung nach wird das Auto zum Symbol für Kinderschutz und Hilfe. Wo immer der Kleinbus auftaucht, sollen die Kinder gleich wissen, dass sie sich vertrauensvoll an die Mitarbeiter wenden können und dort notfalls auch Hilfe bekommen. Das soll bereits die Optik signalisieren. Der Bus ist mit kindgerechten Motiven, dem Logo und der Telefonnummer von Till Eulenspiegel beklebt.

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