NRW baut das Ganztagsangebot an den Schulen aus

NRW baut das Ganztagsangebot an den Schulen aus

Bald kann jeder dritte Schüler nachmittags betreut werden. Ministerin Sommer macht spickmich.de Konkurrenz.

Düsseldorf. Am Montag beginnt für 2,8 Millionen Jungen und Mädchen in Nordrhein-Westfalen wieder der sprichwörtliche Ernst des Lebens: Trotz Schweinegrippe startet dann die Schule, wie Ministerin Barbara Sommer (CDU) am Freitag noch einmal unterstrich. Für immer mehr Schüler ist das kein Halbtagsjob mehr - die Ganztagsschulen boomen.

"Wir bauen das Angebot immer weiter aus. In diesem Jahr können rund 30 Prozent aller Schüler ein Ganztagsangebot annehmen", sagte Sommer. Vor allem bei Gymnasien und Realschulen werde das Land seine Anstrengungen forcieren, nachdem bei den Grund- und Hauptschulen schon sehr große Fortschritte erreicht worden seien. Bis zum kommenden Jahr soll es hier rund 210 Ganztagsangebote bei Realschulen und Gymnasien geben.

Die Gesamtschulen müssen sich beim Ganztag aber hinten anstellen. Die neu genehmigten bekommen kein Geld und keine Erlaubnis für eine Nachmittagsbetreuung. "Die Gesamtschule ist in den vergangenen Jahren immer bevorzugt worden. Jetzt sind andere Schulformen dran", so Sommer. In den vier Jahren seit dem Amtsantritt hat die schwarz-gelbe Landesregierung lediglich vier neue Gesamtschulen genehmigt - alle ohne Ganztagsangebot.

Die Internetplattform spickmich.de ist derzeit ein Lieblingsfeindbild der Lehrer, fühlen sie sich dort doch durch teils persönlich verletzende und häufig anonyme Schüler-Bewertungen an den Pranger gestellt. Sommer setzt dem ein eigenes Modell entgegen. Ein sogenanntes Rückmeldesystem soll Schülern und Lehrern einen kritischen Austausch miteinander ermöglichen - allerdings in einem geschlossenen System, das Außenstehenden nicht offen steht. "Gibt es massive Beschwerden, wenden sich die schüler sowieso an den Schulleiter", sagte Sommer.

Das Modell wurde an der Uni Jena entwickelt und bereits erfolgreich in Sachsen und Thüringen eingesetzt.

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